Das 25-Millionen-Projekt

Über die Pläne für das ehemalige Wochenmarktgelände fühlt sich der Handelsverein unzureichend informiert. Archivfoto: Ph. Schulze

Uelzen. Zwei Wochen vor einer Informationsveranstaltung der Stadt zum Bau eines Marktcenters auf dem Gelände des ehemaligen Wochenmarktes an der Veerßer Straße kritisiert der Handelsverein in einem Brandbrief die Informationspolitik der Uelzener Stadtverwaltung. Man sei „sehr überrascht“, dass bereits im April eine endgültige Entscheidung zu dem Projekt getroffen werden soll, heißt es in dem Schreiben, das an alle Ratsmitglieder der Stadt, die Verwaltungsspitze von Stadt und Kreis, den Vorsitz von Verkehrsverein und des Verbandes Uelzener Wirtschaft sowie an die Wirtschafts-Förderungsgesellschaft und die Industrie- und Handelskammer geschickt wurde.

Bei der Bedeutung dieser Baumaßnahme halte man es für dringend erforderlich, „dass alle Beteiligten im Vorfeld umfassend und detailliert informiert sind, bevor unumkehrbare, rechtlich verbindliche Entscheidungen getroffen werden“, heißt es in dem Brief, den der Vereinsvorsitzende Uwe Schwenke unterzeichnet hat. Der Handelsverein hat außerdem einen Fragenkatalog beigefügt.

Die Stadtverwaltung zeigte sich auf AZ-Nachfrage überrascht von dem Vorstoß. Dieses Projekt werde schon seit dem Jahr 2003 diskutiert „und sowohl die Größe des Gebäudes, als auch der Branchenmix sind seit langem größtenteils bekannt“, erwiderte Baudezernent Karsten Scheele-Krogull. Der Vorsitzende des Handelsvereins sei auch bei den entscheidenden nicht öffentlichen Sitzungen dabei gewesen und somit über das Projekt informiert.

Unterstützung erhält Scheele-Krogull vom SPD-Fraktionsvorsitzenden Ralf Munstermann: „Dieses Vorhaben ist die einmalige Chance für Uelzen, die Stadt entscheidend voranzubringen, da die Ausschreibung auch den Umbau unseres Sorgenkindes Schuhstraße umfasst“, erklärt er. „Hier will ein Investor 25 Millionen Euro aufbringen. Wenn dieses Projekt kaputt geredet wird, brauchen wir uns in den nächsten 20 Jahren um keinen Investor mehr zu bemühen, da wird keiner kommen“, so Munstermann weiter.

Am 29. März will die Stadtverwaltung auf einer öffentlichen Veranstaltung die Bürger über die Pläne des Investors informieren und auch über den geplanten Branchenmix Auskunft geben – allerdings noch keine Firmennamen nennen. Das dürfe man nach dem Ausschreibungsrecht nicht. Seite 3

Von Thomas Mitzlaff

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