Aus dem Gericht: Drogen, Angst, Depressionen

21-jähriger Uelzener gerät immer wieder mit Gesetz in Konflikt

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Depressionen und Angstzustände prägen das Leben des 21-jährigen Angeklagten. Immer wieder gerät er mit dem Gesetz in Konflikt.

Uelzen – Das Leben von K. ist gezeichnet von Rückschlägen und psychischen Problemen. Seinen ersten Selbstmordversuch hatte er mit 16 Jahren. Die letzte Begegnung mit Richterin Claudia Hagemann liegt noch nicht lange zurück.

Jetzt muss sich K. wieder vor dem Amtsgericht Uelzen verantworten, denn die Polizei hat bei einer Kontrolle 0,75 Gramm Amphetamine im Geldbeutel des 21-Jährigen gefunden.

„Das kann ich durchaus so bestätigen“, gibt der Uelzener zu. Die Drogen habe er „von einem läufigen Typen auf der Straße“ gekauft und sich anschließend von der Polizei erwischen lassen.

Das Problem: K. ist wegen Körperverletzung auf Bewährung – und noch immer hat er acht Sozialstunden offen. „Das ist nicht die positive Rückmeldung, die ich mir erhofft habe“, befindet Claudia Hagemann. K.s Erklärung: „Mir war nicht klar, dass ich die zu Ende ableisten muss.“

Die verbummelten Sozialstunden sind bezeichnend für das Chaos, das in K.s Leben zu herrschen scheint: Seine Mutter hat ihn wegen anhaltender Streitigkeiten raus geschmissen. Das Zusammenleben mit dem Vater hat auch nicht geklappt. Wegen schlechtem Verhalten ist der junge Mann von der Schule geflogen und Jugendarrest wegen Drogendelikten gab es auch schon. Hinzu kommen Depressionen, Angststörungen.

Das hat laut dem Angeklagten nun ein Ende: „Ich bemühe mich, einen Therapieplatz zu bekommen und versuche, ein gutes Verhalten zu pflegen.“ Alkohol und Drogen seien kein Thema mehr, stattdessen treibe er nun Sport und ernähre sich gesund.

Das möchte die Richterin gerne glauben: „Kein Weg ins normale Leben wird für Sie an einer Therapie vorbeiführen“, betont Claudia Hagemann, die K. seit Jahren kennt.

In Anbetracht der Tatsache, dass der 21-Jährige in wenigen Tagen bereits wieder ins Gefängnis muss, sieht das Gericht von einer Strafe ab. K. bekommt lediglich die Auflage, bis zum Beginn seiner Therapie zehn Gespräche beim sozialpsychiatrischen Dienst zu führen. Dass K. seine Sozialstunden nicht abgeleistet hat, will Claudia Hagemann aber nicht unter den Tisch fallen lassen: „Ich will schnell einen Anhörungstermin mit Ihnen machen“, kündigt die Richterin an. „Wegen eines möglichen Widerrufs Ihrer Bewährung.“

VON SANDRA HACKENBERG

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