2034 Euro für Hund und Katz

Warten auf ein neues Zuhause.

Uelzen - Von Barbara Kaiser. „Von der Angelegenheit ist die Stadt überrascht worden“, sagt Bürgermeister Otto Lukat am Freitag auf AZ-Anfrage in Sachen Tierheim-Vorstandswechsel.

Und: „Ich bedaure, dass der neue Vorstand bis heute keinen Kontakt zu uns als Vertragspartner aufgenommen hat. Ich gehe davon aus, dass die ordnungsgemäße Aufnahme von Fundtieren ebenso wie in der Vergangenheit vom Verein sichergestellt wird.“ – Während sich im Internet zwei Parteien formieren zur Abwahl von Wolfgang Roboom als Vorsitzenden des Tierschutzbundes Uelzen und dem konsequenten Rücktritt seiner Frau Karin (AZ berichtete), stellte sich der neue Vorstand mit Karin Rothe an der Spitze am Sonnabend beim (lange) geplanten Sommerfest ganz offen allen Besuchern.

„Keiner stellt hier in Abrede, was die Familie Roboom in 30 Jahren geleistet hat“, unterstreicht Rothe noch einmal, die ihre Strategie des Aufeinanderzugehens betont und sich freut, dass alle „rasend engagiert“ sind. Auch in den Samtgemeinden und natürlich der Stadtverwaltung werde man sich persönlich vorstellen, antwortet sie, mit der Aussage des Bürgermeisters konfrontiert. Aber dazu sei bis jetzt einfach keine Zeit gewesen. So gesehen lag das Sommerfest ein wenig ungünstig.

An Besuchern mangelte es jedoch nicht, es kamen rund 800; der Boykottaufruf im Netz verhallte demnach ungehört. Die Sternschüler sangen ein fröhlich-tierisches Programm und übergaben ihre Spende, womit die Endsumme am Abend bei 2034 Euro lag. Die Gäste waren aufgefordert, die vom Deutschen Tierschutzbund initiierte Katzenschutzverordnung zu unterschreiben, damit sie auch hier in Kraft treten kann. Die Stadt Paderborn spielt eine Vorreiterrolle und verpflichtet Katzenhalter zur Kennzeichnung und Kastration ihrer Freigänger-Samtpfoten.

Noch unter Robooms Führung war auch der Tierschutzbund Uelzen aktiv geworden und informierte und warb für diese Katzenschutzverordnung im Landkreis. Es könne nicht sein, so Kristin Zangi und Erika Herkt-Skupin, zwei „Katzenfängerinnen aus Leidenschaft“ wie sie sagen, dass die Tiere auf Bauernhöfen halb verhungern, weil sie ja als Mäusejäger nicht gefüttert werden, sich aber fortpflanzen in diesem jämmerlichen Zustand.

400 Katzen in fünf Jahren allein in der Samtgemeinde Bevensen hat Kristin Zangi gefangen; Erika Herkt-Skupin 160 im Jahr 2009 in Uelzen und südlich davon. Sie haben sie aufgepäppelt, um Kastrationsgelder gebettelt, die Tiere weiter vermittelt. Griffe die Katzenschutzverordnung, wäre dafür der Besitzer zuständig, der bei Kennzeichnungspflicht Name und Anschrift hat. Vieles wird Illusion bleiben, denn nicht einmal Hunde müssen gekennzeichnet sein. Aber es kam auch das Signal aus dem Landkreis, beispielsweise von Christel Beplate-Haarstrich aus Suderburg, dass man das Problem kennt und es anzugehen bereit wäre.

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