August war das Highlight / Jahreswechsel bleibt feucht-mild

2012 – ein ruhiges Wetterjahr

Herbststimmung im Winter: Auch der Jahreswechsel wird trüb bleiben – nach einem Jahr, das von Hitze bis Kälte alles zu bieten hatte. Foto: dpa

Uelzen/Landkreis. Das Jahr 2012 neigt sich dem Ende entgegen und so lohnt sich ein Blick auf das Wetter der vergangnen zwölf Monate. Zwischen Aller und Elbe war es von viel Mittelmaß geprägt.

Unwetterschäden blieben weitgehend aus, obwohl es einige markante Wetterereignisse und auch Rekorde gab.

Der Januar startete vorfrühlingshaft mild und endete eisig. Gleich am 2. Januar wurden im Kreis Uelzen mit maximal 13 Grad neue Tagesrekorde aufgestellt. Anfang Februar holte Väterchen Frost dann zu einem unerwartet massiven Tiefschlag aus. Zwischen dem 31. Januar und 12. Februar erfasste uns an der Südflanke eines nordosteuropäischen Hochs ein heftiger sibirischer Kaltluftausbruch. Mit einer negativen Temperaturabweichung von rund zehn Grad war die erste Februardekade in Nordostniedersachsen die kälteste seit 1947 und zudem die sonnigste seit 1929.

In der Nacht vom 6. auf den 7. Februar fiel das Quecksilber in Uelzen auf minus 19,2 Grad. So schnell wie die Kälte kam, ging sie auch wieder. Gemessen am Klimamittel (1961-1990) endete der Winter 2011/2012 in Uelzen 1,5 Grad zu mild, um gut die Hälfte, im Westkreis bis 70 Prozent zu nass, aber auch ein Viertel zu sonnig.

Im März ließ der Frühling sein blaues Band schon sehr schön flattern. Anhaltend hoher Luftdruck über weiten Teilen Europas war der Grund dafür, dass wir den wärmsten sowie einen der trockensten und sonnigsten Märzmonate seit Beginn der Aufzeichnungen erlebten (Lüneburg 1853). Mit einem Temperaturplus von 3,9 Grad (Uelzen) ließ er den Rekordwert aus dem März 1938 hinter sich.

Der April machte seinem Namen alle Ehre. Anhaltende Wetterkapriolen sorgten für häufige Niederschläge und viel Wind. Besonders unpassend war die Kältewelle um Ostern, die Schnee- und Graupelschauer zum Teil bis zu uns brachte. Am 28. April sorgte ein kurzer Warmluftvorstoß vom Mittelmeer mit bis zu 27 Grad vorübergehend für Sommergefühle.

Nach dem Warmstart des Mai gaben die Eisheiligen mit einzelnen Nacht- und häufigen Bodenfrösten vom 12. Mai bis zum Himmelfahrtstag ein ungewöhnlich langes Gastspiel. Dann schaltete die Atmosphäre in wenigen Tagen auf Sommer um. In subtropischer Warmluft wurde örtlich zweimal die 30-Grad-Marke geknackt (Uelzen 30,5 Grad am 22./23. Mai). So endete das Frühjahr als einzige Jahreszeit deutlich um 2,2 Grad zu warm, zu trocken und etwas sonniger als üblich.

Es folgte ein gefühlt trüber und verregneter Sommer, obwohl uns Juni, Juli und August zusammengenommen normales norddeutsches Sommerwetter brachten. Das freute die Landwirte, die eine gute Ernte einfuhren, aber ärgerte die Urlauber. Während der Juni durch kühles und wolkenreiches Wetter besonders ungenehm auffiel, verwöhnte uns der anfangs regenreiche Juli mit Beginn der Hundstage (23. Juli) durch einige Tage Badewetter.

Am besten kam der August weg. Highlight war die kurze Hitzewelle vom 18. bis 20. August. Backofenluft aus Afrika brachte Temperaturen, die an der Obergrenze des jahreszeitlichen Möglichen lagen. Am 19. August kletterte das Quecksilber auf das Jahresmaximum von knapp 35 bis 36,7 Grad (Uelzen 34,8 Grad), womit die bisherigen Bestmarken für die zweite Monatsdekade aus dem legendären Hitzesommer 2003 noch in den Schatten gestellt wurden.

Wie schon der Sommer erhob auch der Herbst das Mittelmaß insgesamt zum Prinzip, obwohl der Oktober mit erheblichen Witterungsgegensätzen aufwartete. In lebhafter Erinnerung wird wohl den meisten die zweite Monatshälfte sein, als sich innerhalb von einer Woche Spätsommer und Frühwinter mit Höchstwerten von fast 25 Grad (Uelzen 24,8 Grad/19. Okt.) beziehungsweise Tiefsttemperaturen bis minus 4,1 Grad (28. Okt) gegenüberstanden.

Der Dezember brachte uns schon eine Menge Winter und damit die Hoffnung auf weiße Weihnachten. Doch das Weihnachtstauwetter ließ mit Temperaturen bis 12 Grad die weiße Pracht wieder genau zum Fest dahinschmelzen.

An der feucht-milden Richtung wird sich auch zum Jahreswechsel nichts ändern. Regenschirm und Windjacke werden gefragt sein und vielleicht noch ein geschütztes Plätzchen, um das Silvesterfeuerwerk trocken und windsicher zu starten.

Die hochgerechnete Jahresbilanz für Uelzen: Mitteltemperatur 9,2˚C (Abw. +0,7˚C), 594 mm Niederschlag (95% v. Soll), 1524 Sonnenstunden (103% v. Soll).

Von Reinhard Zakrzewski

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