Kreislandwirt Riggert will in Klein Süstedt einen Schweinemastbetrieb errichten

2000 Tiere in einem Stall

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Im Außenbereich von Klein Süstedt soll im nächsten Jahr ein Neubau für die Mästung von 2000 Schweinen entstehen.

Uelzen-Klein Süstedt. Kreislandwirt Thorsten Riggert plant einen Schweinemaststall mit 1992 Plätzen in Klein Süstedt. Südlich des Ortes, Am Flachskamp, werden die Ferkel geboren und in einem Stall zur Aufzucht gehalten.

Wenn sie eine gewisse Entwicklung erreicht haben, sollen sie gegenüber der Bahnlinie in einem rund 2500 Quadratmeter großen Neubau gemästet werden, 300 Meter von der nächstgelegenen Bebauung entfernt. Die Stadtverwaltung hat in der jüngsten Sitzung des Ortsrates diese Pläne vorgestellt. „Aus Sicht der Stadt gibt es hierzu keine Bedenken“, so Stadtplaner Michael Kopske.

Während in ganz Niedersachsen der Bau von Mastställen derzeit kritisch beäugt wird und auch der geplante Bau eines Schweinemaststalls am Rande von Westerweyhe bei den dortigen Einwohnern Sorge auslöste, äußern sich die Einwohner des Ortsteiles Klein Süstedt recht verhalten zu dem Projekt. „Thorsten Riggert ist als Landwirt als privilegiert einzustufen“, nahm Kopske den Anwesenden die Bedenken.

„Für die Tiere werden 40 Tonnen Futter gebraucht. Ist die Zuwegung gesichert?“, wollte ein Gast wissen. Der Flachskamp – ursprünglich für 24-Tonnen-Last ausgelegt – sei mittlerweile für diese Größe zugelassen, lautete die Antwort aus dem Ortsrat. Ortsratsmitglied Jürgen Warnecke hinterfragte die Pläne. Er nahm an, dass in Klein Süstedt die Stückzahl für Vieh bereits ausgelastet wäre.

„Ich bedaure, dass diese Sache nicht schon im Vorhinein auf die andere Seite der Bahn gerückt ist“, gab auch Ortsratsmitglied Herwig Maaß bei der Sitzung den Mitarbeitern der Stadt Uelzen mit auf den Weg. Er teile die Sorge einiger Einwohner, dass der Geruch zu stark werden würde. „Ich würde Sie bitten, das kritisch auch im Hinblick auf die Klein Süstedter Bürger zu betrachten.“ Auf der nördlichen Seite der Bahnanlage sei die Zahl der gewerblichen Betriebe ausgereizt, erklärt dazu Baudezernent Scheele-Krogull auf AZ-Nachfrage.

Deshalb werde der Maststall im Außenbereich von Klein Süstedt entstehen. „Wo will ich denn bauen, wenn nicht abgerückt vom Ort“, sagt Scheele-Krogull. Die Auflagen für solche Betriebe seien in den vergangenen 15 Jahren „deutlich erhöht“ worden, „sodass die Gerüche minimiert sind“. Selbst bei bestehenden Anlagen müssten Nachrüstungen durchgeführt werden, die den zulässigen Auflagen entsprechen.

Die Stadt Uelzen prüft den Antrag von Riggert für den Neubau dieses Schweinemastbetriebes aus bauordnungs- und planungsrechtlicher Sicht. Der Ortsrat Holdenstedt/Klein Süstedt hat nur Anhörungsrecht und muss lediglich den Antrag zur Kenntnis nehmen. Das Verfahren zum Immissionsschutz und Naturschutz liegt in der Zuständigkeit des Landkreises Uelzen.

„Der Antrag wird derzeit geprüft“, weist Pressesprecher Martin Theine darauf hin, dass er noch keine weiteren Informationen zum Verfahren veröffentlichen kann. Das Schreiben über den geplanten Stall ist Anfang Juni beim Kreis eingegangen. „Der Antragsteller plant, die Anlage 2012 in Betrieb zu nehmen“, teilt Theine mit.

Von Diane Baatani

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