Supermarkt als Unterkunft

2000 Flüchtlinge im Landkreis Uelzen – eine Übersicht zur Situation

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Zwei Turnhallen in Uelzen dienen gerade als Notunterkünfte. Nun baut der Kreis einen früheren Intermarché-Markt in Bad Bevensen um, damit die Hallen wieder für den Sport genutzt werden können.

Uelzen/Landkreis. Mit dem weiteren Bezug der früheren Kaserne in Bad Bodenteich werden am Ende des Jahres rund 2000 Flüchtlinge im Landkreis Uelzen leben. Sie sind oder werden in Notunterkünften des Landes untergebracht.

Der Landkreis stellt Gemeinschaftsunterkünfte und Wohnungen zur Verfügung. Eine Übersicht zur gegenwärtigen Situation:.

• Zahlen: In Einrichtungen des Landkreises Uelzen sind nach jüngsten Erhebungen 909 Flüchtlinge untergebracht. 189 schulpflichtige Kinder befinden sich darunter. Die Hauptherkunftsländer sind Syrien (157), Montenegro (142), Serbien (106) und Afghanistan (101). Bis März 2016 werden weitere 330 Flüchtlinge vom Landkreis unterzubringen sein.

• Flüchtlingskinder ohne Eltern oder Verwandte leben 43 in Einrichtungen des Landkreises. Im kommenden Jahr werden weitere 16 Plätze für sogenannte unbegleitete Minderjährige geschaffen, informiert Landrat Heiko Blume.

• Nicht jedem Flüchtling wird ein Bleibe- oder Asylrecht zugesprochen. Seit dem 1. Januar 2015 hat es nach Auskunft von Landrat Blume 20 Abschiebungen gegeben. In weiteren 16 Fällen hat das sogenannte Dubliner Übereinkommen Anwendung gefunden. Demnach ist das Land, indem ein Asylsuchender zuerst einreist, auch für das Asylverfahren zuständig. „Die 16 Flüchtlinge wurden in die Einreiseländer überstellt“, so Heiko Blume.

• In den beiden Turnhallen des Lessing-Gymnasiums (LeG) und der früheren Pestalozzischule in Uelzen, in denen der Landkreis in Amtshilfe für das Land Flüchtlinge untergebracht hat, leben derzeit insgesamt 171 Menschen (Pestalozzi: 94/LeG: 77). Nach einer Registrierung der Flüchtlinge werden sie nun auf Tuberkulose untersucht. Die Röntgenaufnahmen übernimmt ein in Uelzen niedergelassener Arzt, erklärt Kreissprecher Marcus Christ. Die Untersuchung ist Voraussetzung dafür, dass die Flüchtlinge in regulären Gemeinschaftsunterkünften oder in Wohnungen unterkommen. Wie Landrat Dr. Heiko Blume erklärt, könne das Land nach einer Verteilung weitere Flüchtlinge den geschaffenen Notunterkünften zuweisen. Das Land erklärte zuletzt, dass die Amtshilfe nicht länger als bis zum Sommer 2016 in Anspruch genommen werden soll.

Der Landkreis hat inzwischen mit dem früheren Intermarché-Markt in Bad Bevensen ein Gebäude erworben, das zur Notunterkunft hergerichtet wird, damit die Turnhallen wieder für den Schul- und Vereinssport genutzt werden können. „Das ist abhängig von der Frage, wie sich die Flüchtlingszahlen weiter entwickeln“, so Blume. Der Intermarché-Markt an der Straße Kurze Bülten soll Anfang 2016 bezugsfertig sein.

• Die Gemeinschaftsunterkunft „Villa im Park“ in Bad Bevensen, bei der bislang der Landkreis die Unterbringung von Flüchtlingen organisierte, wird ab 1. Januar vom Uelzener Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes betrieben. Das DRK ist bereits Eigentümer des Gebäudes und betreibt an der Uelzener Nothmannstraße eine Flüchtlingsunterkunft mit 150 Plätzen. 70 davon sind derzeit belegt.

Die Gemeinschaftsunterkunft am Fischerhof soll Anfang Februar bezogen werden.

• Die Gemeinschaftsunterkunft am Fischerhof ist fast fertiggestellt. Wie Landrat Dr. Heiko Blume informiert, soll sie zum Februar 2016 bezogen werden. Diese Einrichtung bietet Platz für 120 Menschen.

• Für ehrenamtliche Helfer ist am kommenden Dienstag, 15. Dezember, ab 17 Uhr ein Empfang in der Jabelmannhalle an der Eschemannstraße in Uelzen geplant. Der Landkreis will sich mit dem Fest bei den vielen Ehrenamtlichen bedanken, die in den vergangenen Wochen den ankommenden Flüchtlingen geholfen haben. Eine Anmeldung sollte noch heute erfolgen unter (0581) 82246 oder per E-Mail an: a.schroeb-hering@landkreis-uelzen.de.

Von Norman Reuter

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