Ruf nach mehr Testkapazitäten ‒ Dringlichkeit wird nicht gesehen

18000 Corona-Tests im Landkreis Uelzen pro Woche

Kontrolle auf das Coronavirus
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18000 Abstriche werden pro Woche im Landkreis Uelzen genommen.
  • Norman Reuter
    VonNorman Reuter
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Die AfD-Fraktion im Uelzener Kreistag fordert sofort mehr Teststationen. Diese Dringlichkeit wird vom Kreistag nicht gesehen. Es gebe mehr Testmöglichkeiten als in Anspruch genommen werde, erklärt der Geschäftsführer des Zweckverbands Gesundheitsamt.

Uelzen/Landkreis – Nach Auffassung der AfD-Fraktion im Kreistag sind die Corona-Testkapazitäten im Landkreis Uelzen nicht ausreichend. Christian Dörhöfer führte während der jüngsten Kreistagssitzung am Dienstag für seine Fraktion aus, dass besonders in der Fläche nicht genügend Anlaufstellen vorhanden seien. Er nannte das Beispiel einer Reinigungskraft vom Dorf, die nicht viel im Geldbeutel habe, mitunter auf den Bus angewiesen sei und dann lange Wartezeiten in ihrer Freizeit für einen Test in Kauf nehmen müsse. Es wurde der Aufbau ausreichender Teststationen gefordert – und zwar als Dringlichkeitsantrag.

Die Dringlichkeit in der Sache wurde seitens der Kreisverwaltung nicht gesehen. Tobias Linke, zurzeit Geschäftsführer des Zwecksverbands Gesundheitsamt, führte aus, dass es zurzeit zu weiteren Akkreditierungen von Teststationen im Landkreis komme. Und er präsentierte Zahlen zur Einordnung. Demnach gebe es jetzt gut 40 Test-Anlaufpunkte im Landkreis, damit seien bis 40 000 Abstriche pro Woche möglich. Erhebungen zeigten, dass zurzeit gut 18 000 Tests im Landkreis pro Woche vorgenommen werden. Anfang Dezember habe der Wert höher gelegen – bei 22 000. Diese Menge sei auf die damals geltenden Vorgaben zu Testungen, Stichwort 2G-plus, zurückzuführen. Eine Dringlichkeit sah nach den Ausführungen auch der Kreistag nicht. Über den AfD-Antrag soll im Sozial- und Gesundheitsausschuss beraten werden.

Marvin Großkrüger, Betreiber der Teststationen Celler Straße, Gudesstraße, Badue und des Drive-In auf dem Albrecht-Thaer-Gelände in Uelzen sowie in Bad Bevensen, Wrestedt und nun auch in Ebstorf, sieht zumindest die Kritik an mitunter langen Wartezeiten als berechtigt an. Deshalb seien jetzt alle Stationen auch so digital aufgestellt worden, dass über Kundenkarten ein Einchecken ohne Wartezeit möglich sei. Nach dem Test müsse auch niemand mehr sein Ergebnis abwarten, dieses werde ab sofort per E-Mail oder aber auf die Corona-Warn-App des Bundes übermittelt.

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