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14-Jährige räumt beim Bundeswettbewerb für Jungzüchter groß ab

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Romy Hacke mit ihrer Kuh Abby.
Erfolgreiches Duo: Jungzüchterin Romy Hacke aus Pieperhöfen und Kalb Abby beim Bundesjugendzüchterwettbewerb der Fleischrinder in Ansbach. © Privat

Die 14-jährige Romy Hacke aus Pieperhöfen hat beim Bundesjugendzüchterwettbewerb der Fleischrinder im bayerischen Ansbach groß abgeräumt. Mit ihrer einjährigen Kuh Abby errang sie die Siegerschärpe und wurde zum Grand Champion gekürt.

Uelzen-Pieperhöfen – Von der Schule nach Hause und dann ab in den Kuhstall: So sieht der Alltag der 14-jährigen Romy Hacke aus. Die Jungzüchterin aus Pieperhöfen verbringt ihre Freizeit damit, die Kälber aus der Zucht ihrer Familie zu trainieren, um dann an Jungzüchterwettbewerben teilzunehmen.

Und das nicht ohne Erfolg: In diesem Jahr wurde Romy zum Grand Champion gekürt. Beim Bundesjugendzüchterwettbewerb der Fleischrinder im bayerischen Ansbach beeindruckte sie in allen drei Kategorien und gewann mit der einjährigen Abby die lang ersehnte Siegerschärpe.

Bereits ein halbes Jahr im Voraus begann Romy mit Abby zu trainieren: Am Strick laufen, in bestimmten Positionen stehen bleiben, auch bei lauter Musik ruhig bleiben, im Transporter fahren und und und. „Die Tiere stehen ja sonst nur auf der Wiese, die sind andere Umgebungen gar nicht gewöhnt“, erklärt Romys Mutter Marit Hacke.

Am Tag des Wettbewerbs werden die Tiere dann noch gewaschen und schön gebürstet, bis sie glänzen. Romy ist seit ihrem achten Lebensjahr als Jungzüchterin aktiv und auf Wettbewerben unterwegs. Neben der Präsentation des eigenen Tieres müssen Jungzüchter auch mit anderen Tieren umgehen, Fachfragen zur Viehzucht und den Tieren beantworten sowie Tiere beurteilen und rangieren.

Familie Hacke züchtet seit dem Jahr 2000 Welsh-Black-Rinder. Heute umfasst die Zucht 35 tragende Kühe. Die extensive Rasse zeichnet sich durch ihre Robustheit und Selbstständigkeit aus. Gefüttert werden die Tiere mit dem eigenen Getreideschrot der Familie, einzig die Mineralstoffe für das Futter werden hinzugekauft. Im Winter gibt es zusätzlich Heu und Stroh, falls das Gras auf den Wiesen knapp wird. Die Tiere bleiben nämlich in der Regel das gesamte Jahr draußen.

Der nachhaltige Ansatz, mit dem Jörg und Marit Hacke ihre Zucht führen, ist für sie ein gutes Beispiel für zukunftsfähige Landwirtschaft. Das Futter kommt von den eigenen Ackerflächen. Die Tiere bekommen viel Aufmerksamkeit und Zuwendung. Und der Verkauf des Zucht- und Schlachtviehs bewegt sich hauptsächlich über kurze Wege in Niedersachsen. Nur vereinzelt werden Zuchttiere nach Bayern verkauft.

Marit Hacke erklärt, dass sie bewusst darauf achtet, Schlachtbetriebe in der Nähe zu finden. Selbst geschlachtet wird nur für den Eigenbedarf. Die Rinder leben auf ihrem Hof in der Regel bis zu 18 Jahre als Zuchtvieh, bevor sie an den Schlachter gehen.

Genug Zeit also, um auf den weiten Wiesen der Hackes herumzutollen und womöglich mit Romy an einem Wettbewerb teilzunehmen. Denn ihr erster Grand-Champion-Titel soll nicht der letzte bleiben.

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