Spurenträger werden ausgewertet

14 Einbrüche im März in Uelzen: Polizei ist Ganoven dicht auf den Fersen

Der oder die Einbrecher kamen im März in Uelzen immer nachts. Fast immer wurden mit Steinen Fenster eingeworfen, um ins Innere von Gebäuden zu gelangen. Die Beute war oft gering, dafür der Sachschaden aber hoch.
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Der oder die Einbrecher kamen im März in Uelzen immer nachts. Fast immer wurden mit Steinen Fenster eingeworfen, um ins Innere von Gebäuden zu gelangen. Die Beute war oft gering, dafür der Sachschaden aber hoch.
  • Lars Becker
    vonLars Becker
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Können die Ermittler eine Einbruch-Serie mit 14 Taten aus dem März in Uelzen bald zu den Akten legen, weil der oder die Täter überführt sind? Die Chancen stehen offenbar gut.

Uelzen – Rund drei Wochen lang häuften sich im März auffallend die Meldungen der Polizeiinspektion Lüneburg über Einbrüche und Einbruchsversuche in Geschäfts- und Firmengebäude in der Hansestadt Uelzen. Zwischen dem 4. und 24. März veröffentlichten die Ermittler acht solcher Mitteilungen und baten die Bevölkerung um Hinweise auf exakt 14 Straftaten, die von einem oder mehreren Unbekannten vollendet worden oder aber im Anfangsstadium stecken geblieben waren.

Auffällig neben dem begrenzten Zeitraum der Vorfälle immer nachts im Schutz der Dunkelheit: Die Tatorte liegen bisweilen nur wenige hundert Meter voneinander entfernt – etwa in den Straßen Grauwiesen, Zum Moorfeld oder Im Böh in Neu Ripdorf sowie an Gudesstraße, Doktorenstraße und Lüneburger Straße in der Innenstadt. Viermal gibt es mehrere Vorfälle in einer Nacht.

Serie kurz vor Ostern abgerissen

Und der „Modus Operandi“ – also das Vorgehen der oder des Täters – ist oft vergleichbar. So werden reihenweise Fensterscheiben mit Steinen eingeworfen oder gewaltsam aufgebrochen, um ins Innere der ausgewählten Objekte zu gelangen. Insofern war auch für die Polizei relativ schnell denkbar, dass es sich um eine Einbruch-Serie handeln dürfte, die nur auf ein Konto geht.

Seit der Woche vor Ostern gab es nun keine weiteren vergleichbaren Taten in Uelzen mehr – die Serie ist wie abgerissen. Ist die Polizei also inzwischen bei ihren Ermittlungen erfolgreich gewesen, hat den oder die Langfinger gar dingfest gemacht oder ihnen zumindest schon derart kräftig zugesetzt, dass es keine weiteren Tatausführungen mehr gab?

Um diese 14 Vorkommnisse zwischen dem 4. und 24. März geht es bei den laufenden Ermittlungen konkret, die jetzt gerichtsfest möglichen Verdächtigen nachgewiesen werden müssen:

Chronologie der Einbrüche und Einbruchsversuche

4. März: Tatort ist ein Schmierstoffhandel. Die Beute ist sehr gering, der Sachschaden mit „einigen tausend Euro“ indes enorm.

5. März: Diesmal zieht es den oder die Täter zu einer Autowerkstatt an der Straße Zum Moorfeld. Er oder sie erbeuten Bargeld und hinterlassen einen Sachschaden von mehreren hundert Euro.

6. März: Ein Firmengebäude an den Grauwiesen wird diesmal zum Tatort. Bargeld und ein Möbeltresor fallen dem oder den Unbekannten in die Hände, erneut geht der Sachschaden in die Tausende.

6. März: Der Einbruch in eine Garage in Neu Ripdorf scheitert.

6. März: An der Automatiktür einer Bäckereifiliale an der St.-Viti-Straße macht sich jemand zu schaffen – erfolglos. Was bleibt, ist der verursachte Sachschaden.

9. März: Ein Stein fliegt in die Scheibe eines Kosmetikstudios an der Gudesstraße. Ein geringer Bargeldbetrag sowie Spraydosen werden erbeutet.

9. März: Nicht weit entfernt – ebenfalls an der Gudesstraße – durchsucht mindestens ein Täter Praxisräume, nimmt Bargeld und wieder einen Möbeltresor mit.

Am 10. März wird die Alarmanlage ausgelöst

10. März: Einbruch ja, Beute nein an der Straße Im Böh in einem Firmengebäude.

10. März: Wieder nur unweit entfernt an der Straße Im Böh löst ein Unbekannter beim Einbruchsversuch in ein Firmengebäude die Alarmanlage aus und flüchtet. Sachschaden: 500 Euro.

19. März: Jetzt liegen zwei Tatorte nachts abermals in der Innenstadt von Uelzen. An der Lüneburger Straße und wieder an der Gudesstraße werden Fensterscheiben eingeworfen. Bargeld verschwindet – Scherben und Sachschaden bleiben zurück.

23. März: Wieder ein Tatort in der City – diesmal trifft es ein Bürogebäude an der Doktorenstraße. Ein Stein kracht in eine Thermopenglasscheibe, durchbricht diese nicht. Sachschaden: gut 1000 Euro.

24. März: An der Ripdorfer Straße gelangt ein Einbrecher in ein Bürogebäude, flüchtet aber ohne Beute.

24. März: Kurz zuvor oder wenig später trifft es wieder eine Arztpraxis – auch an der Ripdorfer Straße. In die Räumlichkeiten schafft es der Täter jedoch nicht. Es entsteht diesmal ein Sachschaden von gut 900 Euro.

Kai Richter, Pressesprecher der Polizeiinspektion Lüneburg, konnte auf entsprechende Anfrage der AZ nicht bestätigen, dass die Einbruch-Serie aus dem Vormonat in Uelzen zweifelsfrei aufgeklärt ist. Sehr wohl aber bestätigte er intensive Ermittlungen samt entsprechender Maßnahmen im Bezug auf mögliche Verdächtige. „In diesem Zusammenhang läuft beispielsweise noch die Auswertung von Spuren beim Landeskriminalamt“, so Kai Richter mit dem Hinweis auf sichergestellte Spurenträger von Tatorten. Es sei nicht absehbar, wie lange das dauere.

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