Stadt leistet sich eigenen Juristen

Bad Bevensen - Von Ines Bräutigam. Die Stadt Bad Bevensen soll nicht dem Klagefonds gegen die geplante A39 beitreten, sondern wird sich eigenen Rechtsbeistand leisten, um ihre Interessen zu vertreten.

Dies entschied der Rat auf seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich mit den Stimmen von CDU/FDP-Gruppe und SPD-Fraktion. Die CDU/FDP-Gruppe hatte einen entsprechenden Antrag gestellt. Der Antrag, dem Klagefonds gegen die A39 beizutreten, kam derweil von den Bündnisgrünen, wurde aber außer von ihnen nur noch durch die WBB-Fraktion unterstützt. "Die Planung der A39 ist eine sehr alte Planung", erklärte Verena von Kriegstein (Grüne) den Hintergrund ihres Antrages. Angesichts der Tatsache, dass sich mittlerweile einige Gegebenheiten verändert hätten – Stichwort: Klimawandel – könne man die Planungen so nicht akzeptieren. "Und eine Verschiebung der Trasse ist nicht unser Ziel", stellte sie fest. Denn Hauptanliegen von CDU/FDP und SPD ist es, die zurzeit zwischen Groß Hesebeck und Röbbel geplante Trasse in Richtung Osten zu verlegen, so dass die beiden Bevenser Ortsteile nicht voneinander getrennt werden (die AZ berichtete). Ein Anwalt müsste sich erst in die Materie einarbeiten, argumentierte von Kriegstein, die Klagefonds-Anwälte seien dagegen bereits auf die A-39-Problematik spezialisiert. Die jetzige Lage der Trasse bei Groß Hesebeck und Röbbel sei auch nach Meinung von Johann-Henrich Vietor (WBB) "inakzeptabel", aber ein Anwalt der Stadt werde "auch nicht viel bewegen" können. Durch den Beitritt zum Klagefonds könne die Stadt "mehr Druck ausüben", um ihre Belange durchzusetzen. Christian Maleyka (SPD) sah die Diskussion indes ganz abgeklärt: Es gehe hier nicht mehr "ums ob, sondern ums wie". Seine Fraktion fühle sich an den Ratsbeschluss von einst, einer westlich von Bad Bevensen verlaufenen Autobahntrasse zuzustimmen, gebunden und unterstützte daher den CDU/FDP-Antrag. Eine Bürgerin aus den Zuhörerreihen interessierte anschließend, woher denn die Stadt das Geld für einen Anwalt hätte. Die Kosten entstünden erst später, erläuterte Bürgermeister Bruno Losiak, voraussichtlich 2008. Ein weiterer Bürger gab derweil zu Bedenken, dass eine Verschiebung nach Osten "zu Ungunsten von Höver" ausfallen würde. Erschienen: 19.06.2007: AZ / TZ / Seite:6

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