Sonderstatus nicht bedacht

Dicht zur Wohnbebauung und auf einen Damm gebaut: Mit der geplanten Ostvariante für die A39 würden Groß Hesebeck und Röbbel auseinander gerissen werden.Archivfoto: Rabsahl

Von Ines BräutigamBad Bevensen. Noch bevor Knut Markuszewski bei der öffentlichen Anhörung zum geplanten Bau der Autobahn 39 überhaupt seine Stellungnahme abgeben konnte, wurde ihm bereits zugetragen, dass sich im Bereich Bad Bevensen sowieso nichts mehr ändern werde. Ein Umstand, den er hart kritisiere, wie der Bevenser Samtgemeindebürgermeister gestern im Gespräch mit der AZ betont. Denn zwei Knackpunkte gibt es auf dem Gebiet der Samtgemeinde in Sachen Autobahnbau: die Trennung der Ortsteile Groß Hesebeck und Röbbel durch die geplante Trasse und die bei Altenmedingen vorgesehene Anschlussstelle, die den von Norden kommenden Verkehr direkt durchs Bad Bevenser Kurzentrum leiten würde.

Vor allem die Interessen der Groß Hesebecker und Röbbeler brachte Markuszewski bei der Veranstaltung in der Uelzener Stadthalle deutlich aufs Tapet: Durch die geplante Osttrasse der A39 würden die beiden Orte zerschnitten, die kulturell und sozial eng miteinander verbunden seien. Von einer akustischen und visuellen Belästigung wegen der an dieser Stelle in Dammlage geplanten Autobahn ganz zu schweigen. Diese führe obendrein in sehr geringem Abstand zur Wohnbebauung zwischen den beiden Ortsteilen hindurch.

Das Argument, man wolle mit zwei Anschlussstellen (bei Römstedt und Altenmedingen) den Standort Bad Bevensen aufwerten, kann Markuszewski ebenfalls nicht nachvollziehen. "Wenn es bei den beiden Anschlussstellen bleibt, wird der Verkehr aus dem Norden – und wir haben viele Besucher aus dem Hamburger Raum – über die Dahlenburger Straße mitten durchs Kurzentrum rollen", warnt der Stadtdirektor. Die Bevenser befürchten an dieser Stelle schlimmstenfalls eine Verdoppelung des Verkehrs.

Sollten die Pläne für die Ostvariante mit ihren Zu- und Abfahrten also bestehen bleiben, müsse man für Bad Bevensen auch über eine Stadtumgehung im Norden nachdenken. Denn nicht zuletzt werde die Stadt durch den zunehmenden Verkehr auch einer höheren Feinstaubbelastung ausgesetzt – or dem Hintergrund einer Neuprädikatisierung als Kurort im Jahr 2010 ausgesprochen ungünstig.

Nach Auffassung Markuszewskis sei beim Variantenvergleich und in der Kommentierung des Einwandes der Bevenser "die spezielle Situation des Kurortes Bad Bevensen planerisch nicht berücksichtigt" worden. "Wir haben alles für Groß Hesebeck und Röbbel getan", sagt der Bürgermeister. Nun hätten die Bürger dieser Ortsteile noch die Möglichkeit, sich über den Dachverband der Autobahngegner für ihre Interessen stark zu machen.

Erschienen: 21.04.2007: AZ / TZ / Seite:6

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