Schuster und Sexworker...

. . . haben auf den ersten Blick nicht viel miteinander zu tun. Für Drucker, Setzer, Layouter und Journalisten aber sehr wohl. Und das kommt so: Uhlenköper der schreibenden Zunft machen sich oft Gedanken darüber, wo sie geschickt Absätze setzen.

Denn so informativ oder unterhaltsam ein Text sein soll, er soll auch gut aussehen. Zwei Arten von Absätzen mögen Journalisten nicht, diese beiden Arten nennen sie „Schusterjunge“ und „Hurenkind“. Ein Schusterjunge ist eine letzte halbe Zeile in einer Spalte. Noch hässlicher ist das Hurenkind – die letzte halbe Zeile eines Absatzes zum Beginn einer Spalte. Die sieht dort etwas verloren und allein gelassen aus (siehe rechts oben).

Eine Freundin des Uhlenköpers hat sich neulich verhaspelt: Sie sollte eine Broschüre für einen honorigen Professor entwerfen.

Sie ließ ihm ein Vorab-Exemplar (mit einigen hässlichen Hurenkindern) zukommen und besprach sich mit ihm am Telefon. Ein Kommentar von ihr: „Und die Hurensöhne da aus ihrem Text nehmen wir auch noch raus.“ Der honorige Herr, der keine Hurenkinder kennt, sich aber etwas unter Hurensöhnen vorstellen kann, war konsterniert. Da amüsiert sich der

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare