Schnellfahrer müssen für Schulwege zahlen

89 Schwerverletzte bei Verkehrsunfällen hat die Polizei im vergangenen Jahr im Landkreis Uelzen gezählt, davon kamen acht Personen ums Leben. Es sind 89 schwer Verunglückte zu viel. Noch bedrückender ist die aktuelle Tendenz am Suhlendorfer Kreuz: Dort schnellte die Zahl in den vergangenen Monaten in die Höhe, fünfmal gab es Schwerverletzte.

Dabei kann man nicht unbedingt den Unfallverursachern die Schuld in die Schuhe schieben. Denn eine kleine Unaufmerksamkeit, eine Ablenkung durch das Kind auf der Rückbank oder die blendende Sonne kann schon ausreichen, dass es kracht. Deshalb müssen alle übrigen Risiken vermieden werden. Das als Unfallschwerpunkt ausgewiesene Suhlendorfer Kreuz, an dem sich die Bundesstraße 71 und die Landesstraße 265 schneiden, liegt nun in den Händen der zuständigen Behörde in Hannover.

Es ist zu hoffen, dass diese Hände das Thema nicht erst in die Schublade packen. Es gibt viele Stellen im Kreis, bei denen die Behörden vor Ort indirekt über mehr oder weniger Unfälle entscheiden. Häufig reicht schon der Bau von Radwegen, um die akute Gefahr zu beseitigen. Das kostet jedes Mal Summen im sechsstelligen Bereich, die sie angesichts der Sparauflagen des Landes nur zögerlich ausgeben wollen. Der Wunsch auf Entschuldungshilfe durch das niedersächsische Innenministerium bindet den Kommunen die Hände.

Doch wenn die Kommunen schon die Bedingungen für Busfahrkarten eingeschränkt haben und Schüler nur noch bis zur zehnten Klasse und ab einer Entfernung von vier Kilometern das Ticket erhalten, muss man eine Alternative bieten. Das zeigt zum Beispiel der schwere Unfall der 16-jährigen Radfahrerin vor wenigen Wochen auf ihrem Schulweg zwischen Klein Süstedt und Hansen. Auch an dieser Kreisstraße wird voraussichtlich nicht vor 2014 ein Fahrradweg entstehen.

Es war „nur“ ein Unfall und damit gilt die Strecke nicht als Unfallschwerpunkt, und die Baupläne der Behörden warten in den Schubladen aufs Geld. Aber für die Angehörigen der 16-Jährigen und sicherlich für viele Eltern im Kreis, deren Kinder per Rad zur Schule fahren, zählt jeder Tag. Aus vielen Richtungen ist zu hören, dass der Landkreis doch eigentlich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen könnte: Es gibt 20 Blitzersäulen im Kreis.

Die Strafgelder könnten für Baumaßnahmen an den Straßen verwendet werden. Und dieser Weg würde in der Tat die Akzeptanz für Blitzer erhöhen und vielen Kindern den Schulweg sichern. diane.baatani@cbeckers.de

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