Auf den Spuren der Schlaglöcher

Zwei Stoetzer fiebern Pothole Rodeo über den Balkan entgegen

Thomas Graser (links) und Witalij Kreker stehen neben einen Mazda für das Pothole Rodeo
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Über 20 Jahre alt ist der Mazda, mit dem Thomas Graser (links) und Witalij Kreker am Pothole Rodeo quer über den Balkan teilnehmen.
  • Lars Lohmann
    VonLars Lohmann
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Mehr als 230 000 Kilometer hat der über 20 Jahre alte Mazda bereits auf dem Tacho. Ab Mittwoch werden noch mal einige hinzukommen. Denn die beiden Stoetzer Thomas Graser und Witalij Kreker nehmen mit dem Gefährt am Pothole (Schlagloch) Rodeo im Balkan teil.

Stoetze - Eine Rallye für den guten Zweck, die über eine Strecke von 4000 Kilometern durch elf Länder führt und in Belgrad endet. „Ich habe vor zwei Jahren einen Bericht über die Rallye im Auslandsjournal gesehen. Mir war sofort klar, das willst du auch machen“, erinnert sich Graser. Das Auto war schnell gefunden, hatte der Mazda doch über die vergangenen Jahre Graser zuverlässig ans Ziel gebracht. Und es erfüllt auch eine der eher ungewöhnlichen Kriterien, die es erlauben, am Pothole Rodeo teilzunehmen. Fahrzeuge dürfen nicht mehr als 500 Euro gekostet haben und mehr als 20 Jahre alt sein oder nicht mehr als 50 PS haben. Auch Vehikel mit mehr als 500 000 Kilometern auf dem Tacho dürfen teilnehmen.

Seinen Co-Piloten hat Graser bei der Arbeit gefunden. Beide sind bei Humanopolis in Stoetze beschäftigt. „Die Kinder und Jugendlichen dort sind auch schon aufgeregt und fiebern richtig mit“, sagt Kreger. Daher soll es auch einen Instagram-Kanal geben, auf dem regelmäßig Bilder des zehntägigen Roadtrips gepostet werden. Eigentlich wollten beide im vergangenen Jahr schon die Balkanschleife fahren, aber dort machte Corona einen Strich durch die Rechnung. Auch dieses Jahr war lange nicht sicher, ob die Rallye stattfinden kann. Dass es wirklich losgeht, haben sie erst vor vier Wochen erfahren.

Das Pothole Rodeo ist dabei kein Rennen im eigentlichen Sinn. „Es geht ums Gemeinschaftsgefühl und sich gegenseitig zu unterstützen, um ins Ziel nach Belgrad zu kommen“, sagt Graser. Gleichzeitig sammeln alle Teilnehmer auf der Tour für den guten Zweck. Insgesamt sollen 45 000 Euro für ein Vorschulprojekt in Afrika zusammenkommen.

„Wir wollen die Leute kennenlernen, abseits der ausgetretenen Pfade“, sagt Graser. Momentan sei die wirtschaftliche Situation in der Region durch Corona noch angespannter als sonst. Daher wollen beide die Tour auch dazu nutzen, um bei einem Kinderheim in Albanien Kleiderspenden abzugeben.

„Ansonsten ist das natürlich eine tolle Landschaft. Es geht vor allem in die Berge“, sagt Graser zur geplanten Strecke. Das Auto wurde dazu vorher noch mal auf Herz und Nieren geprüft. Bei Temperaturen von weit über 30 Grad, die zurzeit auf dem Balkan herrschen, und keiner funktionierenden Klimaanlage wird es heiß im Fahrzeug werden. „Das gehört aber dazu, und ein Fenster kann man immer runterlassen“, sagt Graser. Übernachtet wird wohl auch das eine oder andere Mal im Auto. Bei einer Panne wären sie zunächst auf sich selbst gestellt, aber das gegenseitige Helfen unter den Teilnehmern ist ausdrücklich gewünscht. „Das macht ja auch den Reiz aus“, sagt Graser. Laut den Veranstaltern sind es rund 1000 Teilnehmer aus ganz Europa.

Bevor es aber losgeht, fahren sie am Mittwoch mit ihrem Mazda zum Start in die Steiermark. „Das Schlimmste, was passieren kann, ist eine Panne auf der Hinfahrt und dass wir kleinlaut mit dem Metronom zurückfahren müssen“, sagt Glaser. Ansonsten gehe es nur darum, irgendwie in Belgrad anzukommen.

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