Tausende Kilometer bei „Pothole Rodeo“ unterwegs

Zwei Stoetzer erleben Abenteuerliches bei Rallye auf dem Balkan

Witalij Kreker sitzt auf einem Campingstuhl neben seinem Auto und macht Mittagspause.
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Witalij Kreker ruht sich während des „Pothole Rodeos“ aus. Zusammen mit Thomas Graser fuhr der Stoetzer mehrere tausend Kilometer in einem 22 Jahre alten Mazda quer über den Balkan.
  • Bernd Schossadowski
    VonBernd Schossadowski
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Die Stoetzer Thomas Graser und Witalij Kreker haben mit ihrem Auto an einer Rallye auf dem Balkan teilgenommen. Dabei erlebten sie Abenteuerliches: Von wild leben Braunbären bis zum Steinschlag auf der Straße.

Stoetze – Tagsüber kamen die Bären, abends die Mücken, dazu gab es Schlaglochpisten, fehlende Leitplanken an Abhängen, brütende Hitze und einen kaputten Auspuff: Was die Stoetzer Thomas Graser (59) und Witalij Kreker (39) kürzlich beim „Pothole Rodeo“, einer mehrere tausend Kilometer langen Rallye auf dem Balkan, erlebt haben, reicht, um damit ein ganzes Buch zu füllen. „Das war schön, aber Urlaub ist was anderes“, sagt Kreker und lacht.

95 Autos von Fahrern aus mehreren europäischen Ländern nahmen an der etwa zwei Wochen langen Rallye teil (AZ berichtete). Das Ganze diente einem guten Zweck, denn unterwegs wurden Spenden für ein albanisches Kinderheim und ein Hausaufgabenprojekt in Rumänien gesammelt. Gestartet wurde im kleinen Ort Deutsch Goritz in der Steiermark, das Ziel war in Belgrad. Dazwischen lagen zehn verschiedene Länder.

„Albanien war unser Highlight“, erzählt Graser. „Das Land ist ein bisschen aus der Zeit gefallen.“ Unterwegs begegneten den Stoetzern immer wieder Menschen auf Pferdegespannen oder Eseln. Die Nebenstraßen glichen abenteuerlichen Schotterpisten, viele Albaner sind bettelarm. Zudem stießen Graser und Kreker auf zahlreiche wilde Müllhalden. Doch andererseits erlebten die beiden auch wunderschöne Berglandschaften mit fantastischen Ausblicken.

In Bosnien-Herzegowina passierte plötzlich ein Missgeschick: Bei der Fahrt über einen Gully wurde der Auspuff ihres 22 Jahre alten Mazda beschädigt. Ein Besuch in einer Werkstatt brachte keine Abhilfe, deshalb setzten die beiden Stoetzer die Tour mit einem laut dröhnenden Auspuff fort. „An der Grenze hatten wir immer Angst, dass man uns deswegen nicht ins Land lässt, aber keiner hat das beachtet“, wundert sich Kreker. Problemlos verliefen die Übernachtungen. Entweder wurde im Freien gezeltet oder die beiden schliefen in Hotels und Pensionen.

Unterwegs wurde Graser und Kreker aber ein paar Mal mulmig zumute. In Rumänien wurden sie von streunenden Straßenhunden verfolgt, doch zum Glück nicht gebissen. Einmal mussten sie mit ihrem Auto um große Steinbrocken herumkurven, die von einem Abhang auf die Fahrbahn gestürzt waren.

Und dann gab es noch tierische Gefahren. Über ihr Handy wurden Graser und Kreker von den rumänischen Behörden gewarnt, dass in der Nähe Bären gesichtet worden waren. Und tatsächlich: Nur zehn Autominuten von der Stelle entfernt, an der die beiden eine Pause gemacht hatten, sahen sie am Straßenrand eine Braunbärenfamilie. „Es war ganz schön schwer einzuschlafen mit dem Gedanken, dass Bären in der Nähe sind“, erinnert sich Kreker.

Da waren zwei Erlebnisse schon viel angenehmer: In Albanien entspannten sich die beiden in schwefelhaltigen Heilquellen, und am Goldstrand in Bulgarien genossen sie ein Bad im Schwarzen Meer. Das war bei Temperaturen von durchgängig fast 40 Grad dringend nötig.

Das Ziel in Belgrad haben die beiden übrigens nicht erreicht. Zwei Tage vor dem Ende der Tour musste Kreker wegen einer dringenden Familienangelegenheit nach Hause fliegen. Graser fuhr daraufhin mit dem Auto zurück nach Stoetze. Den Trip mit Kreker will er aber nicht missen. „Wir waren Tag und Nacht zusammen. Aber es hat sehr gut funktioniert“, freut sich Graser.

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