Geforderte Fusion zur „Samtgemeinde Südkreis Uelzen“ beschäftigt die Verantwortlichen – früher, als gedacht

„Wollen uns im Nachhinein nicht ärgern“

Rosche/Wrestedt. „Bis zum Stichtag muss ein Antrag auf Entschuldungshilfe vorliegen“, erklärt Friedhelm Ottens, Verhandlungsführer des niedersächsischen Innenministeriums in Sachen Zukunftsverträge, gestern den Zeitplan, falls sich die Samtgemeinden (SG) Rosche, Aue und eventuell auch Suderburg zu einer Fusion entschließen.

Nur unter dieser Bedingung nämlich, könnten Gelder des Landes fließen. Der Stichtag ist am 31. März 2013. Wie berichtet, hatten die SPD-Samtgemeinderatsfraktionen Rosche und Aue den Zusammenschluss beantragt.

Für Harald Benecke, Bürgermeister der SG Aue, kommt dieser Vorstoß nicht überraschend, aber früher als gedacht: „Dass die Fusion von Wrestedt und Bad Bodenteich nicht die letzte im Landkreis sein wird, war zu erwarten.“ Allerdings sei er bislang davon ausgegangen, sich erst in etwa zwei Jahren damit zu befassen. Dann nämlich, wenn die SG Aue alle ihre Reformen vollzogen habe. Nun gelte es, das Thema Ende der kommenden Woche im Samtgemeindeausschuss zu besprechen. Zuvor wolle er sich zusammen mit dem Bürgermeister der SG Rosche, Herbert Rätzmann, Klarheit über die Rahmenbedingungen verschaffen. „Man darf die praktischen Auswirkungen nicht unterschätzen“, weiß Benecke aus Erfahrung, „aber wir wollen uns im Nachhinein auch nicht ärgern, leichtfertig eine Chance verpasst zu haben.“ Sein Roscher Kollege Rätzmann teilt diese Einschätzung: „Eine solche Strukturreform wird nicht einfach.“ Die Details des Vorhabens würden schließlich über Machbarkeit und Sinn desselben entscheiden. Ein größeres Einsparpotenzial sieht Rätzmann allerdings in der Fusion zu einer Einheitsgemeinde – wegen der Reduzierung auf einen gemeinsamen Haushalt. Genau das sieht der Bürgermeister der Gemeinde Oetzen, Bernd Burmester (CDU), anders. Er befürwortet die Struktur einer Samtgemeinde, „bei der die kommunale Selbstverwaltung in Form von Gemeinden erhalten bleibt“. Die Idee einer großen Südkreisfusion sei nicht neu und schon seit längerem ein Gedankenspiel. Auch die damalige Entscheidung gegen eine Fusion zur Einheitsgemeinde hätte damit im Zusammenhang gestanden.

Friedhelm Ottens kann alle beteiligten Akteure ermutigen: Unter der Voraussetzung nämlich, dass alle Beteiligten mitziehen, schätzt er die Chancen für einen erfolgreichen Antrag auf Entschuldungshilfe als gut ein.

Von Karsten Tenbrink

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