Fördermittel für Umbau des Kyffhäuser-Heims möglich

Wird Rätzlinger Schießstand zur Begegnungsstätte?

Das Bild zeigt das Vereinsheim der Kyffhäuser-Kameradschaft Rätzlingen
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Das Kyffhäuser-Heim in Rätzlingen könnte mit Fördermitteln zu einer Begegnungsstätte umgebaut werden. Über diese Idee wird der Gemeinderat demnächst mit den örtlichen Vereinen diskutieren.
  • Bernd Schossadowski
    vonBernd Schossadowski
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Das Vereinsheim samt Schießstand der Kyffhäuser-Kameradschaft Rätzlingen könnte mit Fördermitteln zur Begegnungsstätte umgebaut werden. Während sich der Gemeinderat das Vorhaben grundsätzlich vorstellen kann, reagiert der Vorsitzende der örtlichen Kyffhäuser sichtlich überrascht.

Rätzlingen – Wird der Schießstand der Kyffhäuser-Kameradschaft Rätzlingen mit Fördermitteln zu einer Begegnungsstätte für Vereine umgebaut? Über diese Möglichkeit berichteten Gemeindedirektor Michael Widdecke und Bürgermeister Uwe Burmester in der jüngsten Sitzung des Rätzlinger Rates. Eine Entscheidung über das Bauvorhaben wurde aber noch nicht gefällt. Darüber soll in den nächsten Monaten mit den Kyffhäusern und den anderen Vereinen diskutiert werden. Grundsätzlich signalisierte der Rat jedoch seine Bereitschaft, den Umbau des Schießstandes, sofern er gewünscht wird, aus Gemeindemitteln zu unterstützen.

Im Kosten- und Finanzierungsplan sind dafür Investitionen in Höhe von 500 000 Euro vorgesehen. Das Amt für regionale Landesentwicklung in Lüneburg hat eine Förderung von 365 000 Euro festgesetzt. Dabei handelt es sich um Bundes- und Landesmittel aus dem Städtebauförderprogramm „Lebendige Zentren – Erhalt und Entwicklung der Stadt- und Ortskerne“.

Rat grenzt Fördergebiet räumlich ab

Mit der jetzigen Entscheidung des Rates, die mit fünf zu eins Stimmen erfolgte, erklärte sich die Gemeinde Rätzlingen bereit, die nicht gedeckten Kosten für einen eventuellen Umbau des Schießstandes zu übernehmen. Außerdem wurde eine etwa 500 Quadratmeter große gemeindeeigene Fläche, auf der sich das Vereinsheim und der Schießstand der Kyffhäuser befinden, als Fördergebiet räumlich abgegrenzt.

Es gehe erst einmal nur darum, dem Amt für regionale Landesentwicklung jetzt mitzuteilen, dass die Gemeinde Interesse an dem Bauvorhaben habe, erklärte Widdecke. „Im Sommer werden wir dann zusammen mit den Kyffhäusern, der Feuerwehr, dem Dorfverein und dem Rat überlegen, wie das genauer aussehen soll. Danach könnten wir konkreter in die Planung einsteigen.“ Bis Ende des Jahres müsse die Gemeinde der Lüneburger Behörde endgültig erklären, ob der Umbau des Gebäudes erfolgen soll oder nicht.

Ganz wichtig: Der Dorfplatz mit Grillhütte, Spielplatz und Wiese ist nicht Teil des Fördergebietes. Diese ans Kyffhäuser-Heim angrenzende Fläche könnte zu einem späteren Zeitpunkt im Rahmen der Dorferneuerung umgestaltet werden.

Kyffhäuser-Vorsitzender übt Kritik

Für die Kyffhäuser-Kameradschaft kam die Diskussion über die Zukunft des Schießstandes offenbar völlig überraschend. „Mit uns wurde nie geredet“, kritisierte Vorsitzender Henning Schmidt in der Ratssitzung. Er befürchtet, dass die Kyffhäuser künftig nicht mehr Herr im eigenen Haus sind und ihren Schießstand verlieren könnten. „Wollt Ihr die Kyffhäuser tot machen? Dann müsst Ihr das sagen“, empörte sich Schmidt. Und er drohte: „Wenn das genehmigt wird, dann sind wir weg.“

Diese Sorge versuchte Widdecke zu entkräften. Die Kyffhäuser würden von einem Umbau des Gebäudes zur Begegnungsstätte sogar profitieren, betonte er. Sein Appell lautete: „Lasst uns das nicht verbauen.“ Dem schloss sich Ratsfrau Susanne Meyer an. Es gehe nicht darum, die Kyffhäuser zu vertreiben, stellte sie klar. Das Ziel sei, den Schießbetrieb weiter zu ermöglichen und zugleich eine Stätte für Versammlungen von Vereinen zu schaffen.

Uwe Burmester sprach sich dafür aus, dass der im September neu zu wählende Gemeinderat in die Planung einbezogen wird. „Das wäre fair ihm gegenüber“, meinte der Bürgermeister. Kritik übte hingegen Ratsherr Karl-Heinz Bischoff. „Ich hätte es gut gefunden, wenn man dieses Gedankengut mit den Kyffhäusern mal besprochen hätte“, sagte er. „Sie wurden bisher völlig außen vor gelassen. Das ist aus meiner Sicht nicht ganz in Ordnung. Man darf die Kyffhäuser nicht vor vollendete Tatsachen stellen.“

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