Ausschuss streitet um Planungskosten für möglichen Neubau in Stöcken

Was wird aus dem neuen Gerätehaus der Wehren Oetzen, Jarlitz, Stöcken und Süttorf-Dörmte?

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Auf diesem Grundstück am Ortsrand von Stöcken könnte das neue gemeinsame Gerätehaus der Feuerwehren Oetzen, Jarlitz, Stöcken und Süttorf-Dörmte gebaut werden.

Rosche – Es waren deutliche Worte, die Bernd Burmester jetzt im Roscher Feuerschutzausschuss wählte. „Das ist ein Skandal“, schimpfte der CDU-Politiker, der Bürgermeister von Oetzen ist, mit Blick auf die Bedarfsanforderungen der Feuerwehren in der Samtgemeinde.

Denn in der Liste für 2020 fehlten die im vorigen Jahr beschlossenen Planungskosten von 50.000 Euro für den Bau eines gemeinsamen Gerätehauses der Wehren Oetzen, Jarlitz, Stöcken und Süttorf-Dörmte. Wie berichtet, ist dafür ein Grundstück am Ortsrand von Stöcken im Gespräch.

Michael Widdecke, Samtgemeindebürgermeister

Zuvor hatte Samtgemeindebürgermeister Michael Widdecke (CDU) berichtet, dass bereits ein Förderantrag für das neue Gerätehaus gestellt wurde. Ob es dafür Zuschüsse aus dem Programm „Kleine Städte und Gemeinden“ gibt, entscheide sich im zweiten Quartal 2020. Bis dahin sollte die Samtgemeinde abwarten, sagte Widdecke.

Bernd Burmester, Ausschussmitglied

„Ich bin entsetzt“, antwortete Burmester. „Anscheinend gibt es die Bestrebung, dieses Haus mit aller Macht ein Jahr hinauszuzögern oder gar nicht zu bauen“, mutmaßte er und forderte, die Planungskosten von 50.000 Euro im Etat fortzuschreiben. „Alles andere wäre ein Unding“, meinte Burmester.

„Diese Gelder sind 2019 im Haushalt drin und werden es 2020 selbstverständlich auch sein. Das ist politischer Wille“, erwiderte Widdecke. Das betonte auch Ausschussvorsitzender Friedrich-Christoph Flasche (CDU): „Das ist ein Leuchtturmprojekt, und das werden wir nicht aus den Augen verlieren.“ Auf Antrag von Burmester wurde in der Sitzung protokolliert, dass die 50.000 Euro auf das nächste Jahr übertragen werden.

Weitgehend unstrittig waren im Ausschuss hingegen die Investitionen für die Feuerwehren im Jahr 2020. Für einen Anbau am Gerätehaus der Wehr Dalldorf-Grabau soll die Samtgemeinde 25.000 Euro gewähren. Sämtliche Arbeiten werde die Wehr in Eigenleistung erbringen, sagte Gemeindebrandmeister Henning Räthke. Zudem gab es grünes Licht für die Umrüstung von 15 Sirenen auf digitale Alarmierung (10.000 Euro), für die Anschaffung von 20 digitalen Handsprechfunkgeräten (17.000 Euro) und für eine neue Tragkraftspritze der Wehr Schwemlitz-Bankewitz (10.000 Euro).

Das von der Rätzlinger Wehr beantragte Löschfahrzeug (LF) 10 – es würde rund 280.000 Euro kosten – fand indes keine Mehrheit. „Wir sehen das als überzogen an. Das ist nur eine Wehr mit Grundausstattung“, erklärte Räthke und schlug vor, stattdessen ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wasser (TSF-W) oder ein Mittleres Löschfahrzeug (MLF) mit Tragkraftspritze für insgesamt rund 170.000 Euro anzuschaffen. Der Ausschuss empfahl einstimmig, diese Summe in die Vorplanung für 2021/2022 aufzunehmen.

Perspektivisch soll auch die Erweiterung des Gerätehauses der Feuerwehr Rosche-Prielip ins Auge gefasst werden. Das würde laut Räthke mit etwa 500.000 Euro zu Buche schlagen. Mittel werden dafür aber noch nicht in den Haushalt eingestellt. „Das ist eine mittelfristige Planung“, sagte Räthke. „Es geht darum, dass der Ausschuss das mal zur Kenntnis nimmt.“

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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