Kirchenkreistag empfiehlt Weiterarbeit an Personal- und Gebäudeplänen / Propst: „Die Kirche lebt“

Weniger Pfarrstellen bis 2023

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Das Kirchenkreisamt in Uelzen. Die Region Mitte muss mit eineinhalb bis eindreiviertel Pfarrstellen weniger bis 2023 rechnen, erklärte Kirch- und Westerweyhes Pastorin Anneke Ihlenfeldt während der jüngsten Sitzung des Kirchenkreistages. 

Rosche/Uelzen. Propst Jörg Hagen hat die letzte Sitzung des Kirchenkreistages in dieser Wahlperiode für einen umfassenden Rückblick auf die Kirchenarbeit von 2013 bis 2018 genutzt.

Dabei mahnte der Propst in Rosche, sich nicht nur auf die Strukturen, sondern auch auf die kirchliche Arbeit in Kirche und Gemeinden zu konzentrieren. Der Propst sprach im Anschluss an Berichte und eine kurze Debatte über die Arbeit der Zukunftsausschüsse in den Regionen des Landkreises und der Stadt Uelzen.

Kirch-/Westerweyhes Pastorin Anneke Ihlenfeldt etwa verwies dabei für die Region Mitte auf die gute Zusammenarbeit unter den Pastoren, auf gemeinsame Konfirmandenfreizeiten der Uelzener Gemeinden oder den Kanzelbesuch mit anderen Gesichtern. Ihlenfeldt stellte aber auch klar, dass die Region Mitte mit eineinhalb bis eindreiviertel Pfarrstellen weniger bis 2023 rechnen müsse. „Es ist zwar noch in den Wolken: Aber wir haben uns auch über ein Stadtpfarramt Gedanken gemacht, weil wir bis 2030 voraussichtlich nur noch vier Stellen haben werden.“

Die Delegierten verabschiedeten eine Empfehlung an den nach den Kirchenvorstandswahlen 2018 im März 2019 neu zu konstituierenden Kirchenkreistag, den Prozess rund um die beendete Arbeit der Zukunftsausschüsse mit ihren Schwerpunkten Stellen- und Gebäudepläne weiterzuführen. Der Stellvertreter des Propstes, Pastor Florian Moitje, sagte: „Es ist wichtig, dass wir da dranbleiben. Dieser Prozess ist noch lange nicht zu Ende.“

Marianne Elster

Es waren Marianne Elster für den Kirchenkreisvorstand und der Propst, die ihrer Enttäuschung über die gescheiterte Zusammenlegung der Kirchenkreisämter Uelzen und Lüchow-Dannenberg Ausdruck verliehen, aber auch auf Erfolge verwiesen. So könne man mit dem seit Januar 2018 aktiven Verein „Lebensraum Diakonie“ laut Elster „getrost in die Zukunft sehen“.

Jörg Hagen

Propst Hagen legte in seiner umfassenden Bestandsaufnahme dar, dass in den vergangenen sechs Amtsjahren des Kirchenkreistages die Zahl der Kirchenmitglieder von 58 500 auf 53 000 gesunken sei. 5500 Beerdigungen stünden 2500 Taufen entgegen. Man müsse auch für „Wiedereintritte werbend tätig sein“, sagte der Propst und würdigte die regionale Zusammenarbeit im Kirchenkreis: „Ich glaube nicht, dass die regionale Zusammenarbeit und Zukunftsplanung so weit vorangetrieben worden ist wie bei uns.“

Jörg Hagen betonte, die wirtschaftliche Lage der Kirche sei stabil. Zugleich merkte der Propst an, dass bis 2020 die doppelte Buchführung, die sogenannte Doppik, eingeführt wird. „Die Kirche lebt. Trotz Verkleinerung ist Vieles erreicht“, sagte Hagen. Allerdings befinde sich die Kirche in einer Umbauphase. Die Veränderungen verunsicherten immer wieder, seien aber nötig. „Wir dürfen uns nicht lähmen lassen“, betont er. „Kirche, das heißt nicht nur Strukturveränderungen, sondern auch Weitergabe von Kirche und Glauben.“

Von Christian Holzgreve

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