Pufferspeicher soll im Januar auf dem Gelände der Saatbau Stoetze errichtet werden

Warten auf den Riesen aus Stahl

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Thorsten Kruse (links), Geschäftsführer der Saatbau Stoetze, und Michael Borgard, Chef der Bioenergie Stoetze, vor dem bestehenden Pufferspeicher im Ort. Der neue, 100 Kubikmeter fassende Speicher fürs Nahwärmenetz soll mehr als dreimal so groß werden und im Januar eintreffen.

Stoetze. Er ist 16,50 Meter hoch und hat einen Durchmesser von 3,50 Meter. Sein Leergewicht beträgt 11,7 Tonnen. Und wenn er schließlich mit 100 Kubikmetern heißem Wasser befüllt ist, wiegt er ein Vielfaches davon.

Die Rede ist vom Pufferspeicher für das Nahwärmenetz, der im Januar auf dem Gelände der Saatbau Stoetze errichtet werden soll. Er wird einer der größten stehenden Speicher seiner Art in Norddeutschland sein.

Liegende Pufferspeicher mit 300 Kubikmeter Volumen seien nichts Ungewöhnliches, erklärt Thorsten Kruse, Geschäftsführer der Saatbau Stoetze. „Wir haben uns aber für das stehende Verfahren entschlossen, weil durch die Höhe eine bessere Schichtung des Wassers möglich ist.“ Die Verteilung der Temperatur innerhalb des Speichers sei wichtig für die optimale Energie-Ausbeute. Der Behälter soll eine kontinuierliche Wärmelieferung garantieren und Verbrauchsspitzen abfangen.

Das Nahwärmenetz soll aus der Abwärme, die die drei Blockheizkraftwerke der Saatbau Stoetze erzeugen, gespeist werden. Das Wasser werde eine Temperatur von 80 Grad haben, die Leitungen insgesamt etwa einen Kilometer lang sein, kündigt Kruse an. 20 Haushalte im nördlichen Bereich des Ortes sollen mit Wärme versorgt werden. Hinzu kommt die Pädagogische Arbeitsgemeinschaft Humanopolis. „Durch das Nahwärmenetz können wir 400 000 Liter fossile Brennstoffe pro Jahr einsparen“, rechnet Kruse vor. Damit lasse sich der CO2-Verbrauch deutlich reduzieren.

Vorreiter bei der Nahwärmeversorgung im Ort ist die Bioenergie Stoetze. Sie betreibt bereits seit 2007 ein eigenständiges Netz, an das damals 17 Haushalte im Altdorf angeschlossen wurden. 13 weitere Häuser im südlichen Bereich sind vor Kurzem hinzugekommen, berichtet Geschäftsführer Michael Borgard. Der Pufferspeicher neben den Blockheizkraftwerken der Bioenergie Stoetze ist aber deutlich kleiner als der geplante bei der Saatbau: Er hat lediglich ein Volumen von 30 Kubikmetern.

„Wir wollen in Stoetze das erste Bioenergie-Dorf im Landkreis Uelzen werden“, sagt Borgard voller Zuversicht. Dazu kooperiert seine Gesellschaft, in der sich elf Landwirte zusammengeschlossen haben, mit der Bioenergie Stoetze. „Das ist unser kleiner Beitrag, den wir leisten können, um den Temperaturanstieg auf der Welt geringer zu halten und die Klimaerwärmung zu stoppen“, betont Kruse.

Der 100-Kubikmeter-Pufferspeicher soll in den nächsten Wochen per Lkw aus dem schwäbischen Dettenhausen nach Stoetze transportiert werden. Die Suhlendorfer Heizungs-, Sanitär- und Elektrofirma Beusse wird den Stahlbehälter auf dem Saatbau-Gelände mit Kränen aufstellen sowie die komplette Anlagenhydraulik, Verteilung und die Anschlüsse installieren. „Das wird etwa acht Wochen dauern“, schätzt Beusse-Mitarbeiter Cord Kowalke. „Die Installation von Pufferspeichern ist für uns Alltagsgeschäft“, sagt er. „Aber nicht in dieser Größe. 100 Kubikmeter Volumen sind wirklich einmalig.“

Von Bernd Schossadowski

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