Unterschriften für Fahrbahnteiler

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Auf der Bundesstraße 191 soll nicht nur eine Querungshilfe am Ortsausgang Richtung Hohenzethen entstehen, sondern wenn es nach den Einwohnern geht, dann auch am Ortseingang.

Schwemlitz. Die Hoffnung stirbt für Marc Westedt bekanntermaßen zuletzt. Der Roscher SPD-Ratsherr aus Schwemlitz kann ein Lied davon singen, wie die Lkws auf der Bundesstraße 191 durch den Ort rasen. Deshalb setzen er und seine Mitstreiter auf die geplante Sanierung der Bundesstraße. Doch mehr als eine Verkehrsinsel am Ortsausgang wird es wohl nicht geben. Von Jörn Nolting

„Schwemlitz liegt ja nun einmal in einer Senke und wird von beiden Seiten mit hoher Geschwindigkeit von der jeweiligen Anhöhe durchfahren. Wir haben natürlich Angst um uns selbst und unsere Kinder und erhoffen uns eine weitsichtige Ergänzung der bisherigen Planung“, schildert Westedt. 70 Unterschriften wurden bereits gesammelt, also nahezu der gesamte Ort. Die Gemeinde und Samtgemeinde Rosche unterstützten den Wunsch, an beiden Ortsaus- und eingängen eine Verkehrsberuhigungsmaßnahme zu bauen.

Doch aus der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr im Geschäftsbereich Lüneburg wird dem zweiten Fahrbahnteiler keine große Chance eingeräumt. Im Zuge der Umbaumaßnahme der B 191 wird in Schwemlitz an der Nordseite ein 2,25 Meter breiter Radweg zuzüglich eines 0,75 Meter breiten Schutzstreifens angelegt. Der Gehweg an der Südseite wird in einer Breite von 1,50 Metern wieder hergestellt. Die Fahrbahn erhält eine bituminös befestigte Breite von 6,35 Metern und ist damit relativ schmal – aber für den Begegnungsfall Lkw mit Lkw noch ausreichend. „Mit dieser Umgestaltung wird sich der Straßenraumcharakter in der Ortsdurchfahrt Schwemlitz dahingehend verbessern, als das eine entsprechend einer Ortsdurchfahrt angepasste Fahrweise zu erhoffen sein wird. Hierfür sprechen auch die Erfahrungen aus ähnlichen ausgeführten Umbaumaßnahmen“, sagt Thomas Käthner von der Landesbehörde. Zu der geschwindigkeitsmindernden Wirkung von Fahrbahnteilern wird seitens der Landesbehörde erwähnt, dass die Straßenbauverwaltung grundsätzlich nur Fahrbahnteiler vorsieht, wenn diese gleichzeitig die Funktion einer Querungshilfe für Radfahrer und Fußgänger übernehmen.

Da es sich bei der B 191 um eine überregionale Straßenverbindung mit einem entsprechenden Lkw-Anteil handelt, muss die Fahrbahn für Einbauten wie Fahrbahnteiler auch entsprechend befahrbar gestaltet werden, das heißt die Verziehungen für die Fahrbahnverbreiterungen müssen richtlinienkonform ausgebildet werden, wodurch sich der Straßenraum insgesamt wieder vergrößert, was dem Geschwindigkeitsverhalten zuwider läuft. Baurechtlich wäre der Einbau eines weiteren Fahrbahnteilers durch den vorliegenden unanfechtbaren Planfeststellungsbeschluss darüberhinaus ebenfalls nicht abgesichert. Der Einbau eines zusätzlichen Farbahnteilers ist aus Sicht der Landesbehörde bei einer relativ kurzen Ortsdurchfahrt wie Schwemlitz nicht notwendig und kann daher nicht zu Lasten der Straßenbauverwaltung vorgesehen werden. Doch trotz der Antwort aus Lüneburg bleibt der Schwemlitzer Sozialdemokrat bei seiner Meinung: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“

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