Alte Techniken wecken Interesse der Besucher

Tradition lebt in Suhlendorf: Handwerkertag im Museum

Ließ sich kaum bei seiner Arbeit unterbrechen: Steinmetz Christian Meyn aus Bad Bevensen.
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Ließ sich kaum bei seiner Arbeit unterbrechen: Steinmetz Christian Meyn aus Bad Bevensen.

Suhlendorf – Das hat es in dieser Saison noch nicht gegeben: Live-Musik auf dem Museumsgelände in Suhlendorf. Erstmals in diesem von der Corona-Pandemie geprägten Jahr erklangen ganz andere Töne im Handwerksmuseum.

Mit einem kleinen Konzert begleitete die Bläsergruppe „Heide-Brass“ aus dem Weserland den Handwerkertag mit Märschen und Polkas aus Böhmen und Egerland. Musikalisch unterhielt aber auch mit volkstümlichen Melodien das „Duo Waldolinos“.

Musik und Sonnenschein waren Garanten für eine gut besuchte und gelungene Veranstaltung auf dem Mühlenberg. Eingebettet war der Handwerkertag einmal mehr in den bundesweiten „Tag des Denkmals“, der jedes Jahr mit einem besonderen Motto aufwartet. So hieß es jetzt „Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu denken.“ Ein bewusster Umgang also mit dem Planeten Erde, seinen Ressourcen und damit auch dem Handeln der Menschen.

Zahlreiche Handwerker zeigen ihr Können

Denkmale können vieles sein. Wissensspeicher, Geschichtenerzähler, Hingucker oder Lernorte. Das Handwerk als solches und das Suhlendorfer Museum gehören dazu. Mehr als ein Dutzend Handwerker zeigten alte und traditionelle Techniken, die sie mit ihren Fertigkeiten bewahren und weitergeben.

Das herrliche Wetter lockte auch die Damen der Neetzer Spinnstube ins Freie. Sie wirbelten an ihren Spinnrädern, klönten und erzählten, zeigten, wie schön es sein kann, im Kreise Gleichgesinnter einem alten Handwerk nachzugehen und selbst gewonnene Wolle zu verstricken.

Vom Getreide zum Mehl

Nicht ganz so begeistert vom Wetter war Steinmetz Christian Meyn aus Bad Bevensen. „Der Wind und die Wärme lassen die Farbe schnell hart werden“, meinte er und ließ sich kaum von seiner Arbeit abhalten. Ständig drehte sich auch die Töpferscheibe von Andrea Berger. Gleich neben der Schmiede saß sie bereits auf dem Fundament der späteren Töpferwerkstatt. „In der kommenden Woche werden die Zimmerleute kommen und das Gebäude richten“, blickte Tiedecke Heilmann vom Museumsverein schon einmal in die nahe Zukunft. Dann wird auch die Töpfermeisterin ihren Platz im Museum gefunden haben.

Beliebter Anlaufpunkt ist immer wieder die alte Bockwindmühle „Auguste“: Bei Führungen durch die Mühle wurde demonstriert, wie Getreide zu Mehl wird. Was mit Mehl alles produziert werden kann, ließ man sich in der Backstube mit Leckereien aus dem Steinbackofen schmecken.

Nicht nur über den guten Besuch war man im Museumsverein zufrieden. „Es ist immer wieder schön, mit wie viel Engagement die vielen freiwilligen Helfer dabei sind wie auch unsere Handwerker, die gern kommen, Ideen einbringen und die Werkstätten mit Leben erfüllen“, so Vereinsvorsitzender Christian Niemann mit einem ersten Resümee zum Handwerkertag. VON ULRICH BLEUEL

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