Informationsabend in Schwemlitz: Verkehrsexperte Andreas Dobslaw war vor Ort

Tempo 30 ist rechtlich bedenklich

no Schwemlitz. Große Emotionen in Schwemlitz erlebte Polizeihauptkommissar Andreas Dobslaw, Sachbearbeiter für den Einsatzbereich Verkehr bei der Polizeiinspektion Lüneburg-Uelzen, im Feuerwehrgerätehaus.

Als Verkehrsexperte im Landkreis Uelzen war Dobslaw der Einladung von SPD-Ratsherr Marc Westedt gefolgt und referierte über das Thema Verkehrsberuhigungsmaßnahmen, Geschwindigkeitsbegrenzungen und Querungshilfen für Fußgänger.

Mehrfach hatte Westedt die Schwemlitzer Sorgen bereits öffentlich gemacht, weil die B 191 als Ortsdurchfahrt in Schwemlitz (die AZ berichtete) enormes Gefahrenpotenzial mit sich bringt – zu viel nach Auffassung der Anlieger, welche endlich die Fertigstellung des Radweges zwischen Dannenberg und Uelzen. Nur die Strecke zwischen Hohenzethen und Neumühle ist als letztes Teilstück noch nicht errichtet. Ein Thema, das nicht nur die Schwemlitzer seit längerem bewegt, und so war der Zuschauerraum voll besetzt. Auch Vertreter der Politik waren vor Ort. Ein Vertreter der Straßenbaubehörde musste terminbedingt absagen. Die Zuhörer erlebten einen fesselnden und informationsreichen Vortragsabend, den Dobslaw eindrucksvoll mit Bildern und Fallbeispielen aus dem gesamten Landkreis Uelzen unterlegte. Großen Protest erfuhr er allerdings, als er einen leichten Rückgang des Verkehrs von 2000 bis 2010 innerhalb der Schwemlitzer Ortsdurchfahrt auf der Grundlage der letzten Verkehrszählungen darstellte, denn diesem Zahlenwerk vermochten die Schwemlitzer nicht zu trauen. „Ich kann Sie verstehen“, so Dobslaw, „aber die subjektive Wahrnehmung der Anwohner über die Verkehrsentwicklung der Ortsdurchfahrt kann von den objektiv ermittelten Zahlen abweichen“.

Auch Gastgeber Marc Westedt, der direkt an der Ortsdurchfahrt wohnt, vermochte dem Zahlenwerk keinen Glauben zu schenken. „Wir haben hier mit Sicherheit innerhalb der letzten zehn Jahre keinen rückläufigen Durchgangsverkehr, erst recht nicht der Schwerlasttransporte“, so Westedt, der vom Verwaltungsvertreter Informationen über die vom mobilen Geschwindigkeitsmessgerät elektronisch ermittelten Daten forderte. Samtgemeindebürgermeister Herbert Rätzmann versprach, diese Daten zu übermitteln.

Die Emotionen kochten hoch und mehrfach warb Dobslaw um Verständnis für seine Darstellung der Sicherheitsaspekte aus polizeilicher Sicht und machte deutlich, dass politische Entscheidungen und polizeiliche Aspekte strikt zu trennen seien.

Darüber hinaus verwies Dobslaw auf die Grenzen behördlicher Ermessensentscheidungen. So begegne zum Beispiel die Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit auf der B 191 innerhalb der Schwemlitzer Ortsdurchfahrt von 50 auf 30 Stundenkilometer rechtlichen Bedenken. Dobslaw verschaffte ebenso einen Einblick in die verschiedenen Klassifizierungen von Straßen, deren tatsächlicher und rechtlicher Bedeutung wie auch einen Überblick über gelungene und seiner Auffassung nach auch weniger gelungene Verkehrsberuhigungsmaßnahmen im ganzen Landkreis. Am Ende des Abends hatte Dobslaw den Respekt aller Zuhörer auf seiner Seite. Gemessen am Handlungsbedarf anderer Gefahrenschwerpunkte innerhalb des Landkreises, so Dobslaw, sei es für die Schwemlitzer sicherlich die realistischste und effizienteste Lösung, wenn die Bundesstraße 191 im Zuge der Ortsdurchfahrt Schwemlitz erneuert und durch die Erstellung des parallel verlaufenden Radweges und die damit einhergehende Modifikation der Fahrbahn ein geschwindigkeitsreduzierender Effekt erzielt würde. Gleichwohl, dies machte auch Westedt deutlich, bleibt der Wunsch der Schwemlitzer im Zuge der Renovierungsarbeiten an jedem Ortsausgang zumindest jeweils einen Fahrbahnteiler zu errichten.

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