Käufer Klaus Haase denkt über neue Nutzung der Immobilie nach

Swingerclub im Landhaus Wellendorf?

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Wellendorf. Wird das Landhaus Wellendorf in einen Swingerclub umgewandelt? Mit dieser Idee beschäftigt sich Klaus Haase, Käufer der 1901 erbauten Immobilie, wie er am Sonnabend beim Dorfrechnungstag der AZ erklärte.

Der 71-Jährige, der das gegenüberliegende Imbisslokal betreibt, hat das Landhaus vor kurzem für 40 000 Euro von der Gemeinde Suhlendorf erworben (AZ berichtete).

Klaus Haase

Laut Kaufvertrag dürfen die Vereine das Erdgeschoss weiterhin für ihre Versammlungen nutzen. Haase sorgt dabei für die Bewirtung. Doch er überlegt sich, ob er im ersten Stock besagten Swingerclub eröffnet. Erfahrung in diesem Metier hat er bereits – bis vor zehn Jahren führte er einen solchen Club in Brietz bei Salzwedel.

Das neue Etablissement wäre aber keinesfalls ein Bordell. „Einen Puff würde ich nie aufmachen. Dann stünden mir sofort die Zuhälter auf der Matte“, redet Haase im AZ-Gespräch Klartext. Ganz wichtig sei auch, sicherzustellen, dass der Club nicht von Prostituierten besucht werde. Über die Nutzung der Immobilie habe er jedoch noch nicht entschieden.

Keinen Zweifel lässt Haase aber daran, dass ihm das Verhalten einiger Wellendorfer missfällt. Die Dorfgemeinschaft habe sämtliche Tische und Stühle und sogar die komplette Kücheneinrichtung aus dem Gebäude ausgeräumt und im Kühlhaus des Ortes eingelagert. „Hier war nichts mehr drin. Ich musste das gesamte Mobiliar selbst organisieren“, kritisiert Haase. Er vermutet: „Die gönnen mir das nicht.“ Zudem seien im Dorf wiederholt Unwahrheiten über ihn und sein Imbisslokal verbreitet worden.

Eckhard Meyer

Auch Eckhard Meyer, Vorsitzender des SV Rot-Weiß Wellendorf und Mitglied im Suhlendorf Rat, kann nicht verstehen, warum die Möbel entfernt wurden. „Das ist aus meiner Sicht eine Trotzreaktion. In einem Jahr ist das Zeug im Kalthaus vergammelt“, wettert Meyer bei der Dorfrechnung und vermutet „verletzten Stolz“ als Motiv. Über Haase würden „Gerüchte ohne Ende“ gestreut. „Ist das ein Umgang? Nein! Ist das Wertschätzung von Menschen? Nein!“, stellt er klar.

„Das Mobiliar ist Eigentum der Dorfgemeinschaft. Wir haben es erst mal ausgelagert, weil wir nicht wussten, was aus dem Haus wird“, erklärt Udo Paulmann, Ortsvertrauensmann und früherer Verwalter des Landhauses. Der Ausschuss der Dorfgemeinschaft habe das Ausräumen mehrheitlich beschlossen.

Für Haase ist dagegen der Fall klar. „Sie hetzen doch nur rum. Das ist eine ganz große Sauerei“, schimpft er in Richtung Paulmann. Bald sei er mit seiner Geduld am Ende, verrät er der AZ. „Wenn die mich noch lange ärgern, mache ich das Haus zu. Dann können die Vereine hier nicht mehr rein.“

Von Bernd Schossadowski

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