Millionen-Investition in Borg: Abfallwirtschaftsbetrieb erweitert Anlage um drei neue Fermenter

Aus Strauchschnitt wird Strom

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Kein Rauch, sondern warmer Wasserdampf und Ausdünstungen beim Vergären der Bioabfälle: Andreas Kröpke (links), stellvertretender Leiter der Deponie Borg, und die AWB-Mitarbeiter Andreas König und Christina Harms stehen vor der Trockenfermentationsanlage.

Borg/Landkreis. Von Weitem wirkt es wie weißer Rauch, der aus einer riesigen Garage quillt.

Ein Feuer auf der kreiseigenen Deponie Borg des Abfallwirtschaftsbetriebes (AWB)? Doch beim Näherkommen klärt sich das Rätsel auf: Was wie Rauch anmutet, sind feucht-warme Ausdünstungen, die beim Vergären von Bioabfällen in der Trockenfermentationsanlage entstehen. Denn genau darum handelt es sich bei jenem Gebilde, das wie eine Garage aussieht. Hinzu kommt warmer Wasserdampf, der bei der Hochdruck-Reinigung der Fermenter frei wird. Kein Grund zur Besorgnis also auf der Deponie.

Im Gegenteil: Die 2011 in Betrieb genommene Trockenfermentation in Borg arbeitet so erfolgreich, dass die Anlage demnächst für rund eine Million Euro erweitert wird. Zu den vier bestehenden Fermentern, in denen aus Strauchschnitt, Laub oder Gartenabfällen Kompost wird, kommen nun drei baugleiche hinzu. Sie sind etwa 25 Meter lang und jeweils fünf Meter breit und hoch.

„Dadurch erhöht sich die Menge der Bioabfälle, die dort pro Jahr verarbeitet werden können, von 12 000 auf 18 000 Tonnen“, erklärt AWB-Mitarbeiterin Christina Harms. Die Vorarbeiten für die drei zusätzlichen Fermenter auf dem Deponiegelände haben bereits begonnen, Baubeginn ist im April. „Wir hoffen, dass der Betrieb Ende dieses Jahres beginnt“, sagt Andreas Köpke, stellvertretender Leiter der Deponie Borg.

Im Durchschnitt bleiben die pflanzlichen Abfälle 21 Tage in den Fermentern. Danach werden sie auf offene Rotteflächen verteilt, wo sie zehn bis zwölf Wochen bleiben. Beim Vergären entstehen Biogas und Abwärme. Ersteres wird in zwei Blockheizkraftwerken in Strom umgewandelt, der wiederum ins öffentliche Netz eingespeist wird. Dafür erhält der AWB eine Vergütung vom Energieversorger. Die Abwärme wird zum Beheizen der Gebäude auf der Deponie genutzt. „Das spart uns jährlich etwa 30 000 Liter Heizöl“, freut sich Harms. Künftig werde es noch mehr sein, weil die erzeugte Strom- und Wärmemenge durch die drei neuen Fermenter wächst.

Und noch auf eine dritte Art wird der AWB von der Erweiterung seiner Anlage profitieren: Er kann deutlich mehr Kompost produzieren. Diesen verkauft der Betrieb an Landwirte und Privatpersonen. Die neuen Fermenter tragen somit dazu bei, dass die Einnahmen steigen und damit die Abfallgebühren im Kreis Uelzen stabil bleiben.

Von Bernd Schossadowski

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