Beschluss des Samtgemeinderates: Kinder werden ab August in Rosche unterrichtet / Grüne sind dagegen

Aus für Stöckener Schule besiegelt

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Die Grundschul-Außenstelle Stöcken – hier die Klasse 4c mit ihrer Lehrerin Judy Ramm-Koch – wird zum Ende des laufenden Schuljahres geschlossen und in den Schulstandort Rosche integriert. Das hat jetzt der Samtgemeinderat beschlossen.

Stöcken. Am Ende war es ein eindeutiges Votum: Mit 15 Ja-Stimmen hat der Samtgemeinderat Rosche am Donnerstagabend die Schließung der Grundschul-Außenstelle Stöcken und die Integration in den Schulstandort Rosche beschlossen.

Lediglich Anja Meyer und Ekkehard Jost (beide Grüne) stimmten dagegen. Die neue Regelung tritt mit Beginn des kommenden Schuljahres im August in Kraft.

Im Samtgemeinderat ging es nicht mehr um konkrete Argumente zur Zukunft der Schule – diese waren kürzlich im Schulausschuss ausführlich erörtert worden (AZ berichtete). So zählt die Stöckener Außenstelle bald nur noch 22 Schüler. Zudem lasse sich der Unterricht viel besser gestalten, wenn die Kinder künftig die Roscher Grundschule besuchen, hatte deren Leiterin Susanne Prehm erklärt.

Anja Meyer.

Und so drehte sich die Ratssitzung jetzt vor allem um die Frage, ob die Stöckener Eltern rechtzeitig und ausführlich über die Aufgabe des Schulstandortes informiert worden waren. Genau das bezweifelte Ratsfrau Anja Meyer. „Die Eltern sind nicht einverstanden mit der Schließung. Und sie fühlen sich nicht ins Boot geholt“, kritisierte sie. Die Roscher Kommunalpolitik hätte gemeinsam mit allen Betroffenen eine Lösung finden müssen, zum Beispiel eine Übergangsfrist für die Schließung der Schule. Das sei aber nicht erfolgt, bedauerte die Grünen-Abgeordnete. „Das Ganze wirkt für viele Außenstehende wie übers Knie gebrochen.“

Diese Kritik wies Werner Wüst (CDU) zurück. Der Rat habe zur Stöckener Schule keine vorgefertigte Meinung. „Wir machen uns jede Entscheidung nicht leicht“, betonte er. Doch die Argumente sprächen für eine Zusammenlegung in Rosche. „Es ist einfacher zu organisieren, wenn die Kinder alle zusammen sind“, meinte Wüst. Nicht zuletzt habe die Schulleitung bestätigt, dass es in Rosche ausreichend Unterrichtsräume gebe. Dem schloss sich Michael Widdecke (CDU) an: „Schule ist ein emotionales Thema. Aber für uns sind sachliche Erwägungen entscheidend.“

Jürgen Peter Hallier.

Auch Jürgen Peter Hallier (SPD) hält die Aufgabe der Stöckener Grundschule für sinnvoll. Zugleich brach er eine Lanze für Susanne Prehm. „Sie machen einen ganz hervorragenden Job und sind für die Roscher Schule ein Glücksfall. Danke, dass Sie für uns tätig sind“, lobte Hallier.

Die Angesprochene zeigte sich über die Ratsentscheidung erleichtert. Sichtlich enttäuscht war hingegen Schulelternratsvorsitzende Uta Rosenfeld. Sie berichtete, dass etwa 200 Eltern eine Online-Petition zum Erhalt der Stöckener Schule unterschrieben haben – letztlich ohne Erfolg.

Von Bernd Schossadowski

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