Dorfgeschichte auf einen Blick

Stöckener Förderkreis hat Infoschilder zur Entwicklung alter Gebäude erstellt

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Detlef Gawlik, Max-Heinrich Thiele-Wittig und Hans-Jürgen Hinrichs (von links) vom Förderkreis präsentieren die Infoschilder und Übersichtstafeln in Stöcken. 

Stöcken – Die ehemalige Molkerei ist seit ein paar Jahren ein Laden für Korbwaren. Die alte Schuhmacherei dient heute als Wohnhaus. Und aus der Schmiede ist eine Werkstatt mit Abstellraum geworden.

Die Entwicklung dieser Gebäude wirft ein Schlaglicht auf die Geschichte Stöckens. Der Förderkreis Dorfgemeinschaft möchte dazu seinen Beitrag leisten. Unter dem Motto „Stöcken – ein Dorf erzählt“ hat er jetzt 15 Infoschilder und sieben große Übersichtstafeln anfertigen lassen.

Vor eineinhalb Jahren hatte der Förderkreis sein Projekt erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt (AZ berichtete). Jetzt ist es so gut wie abgeschlossen. „Wir wollen damit die Ortsgeschichte bewahren, bevor sie durch den Generationswechsel verloren geht“, erklärt Detlef Gawlik, erster Sprecher des Förderkreises, im AZ-Gespräch.

Auf den DIN A4 großen Dorftafeln sind historische Fotos von Gebäuden zu sehen. Daneben befindet sich ein erläuternder Text mit Zahlen und Daten zur Geschichte der Objekte. Die Tafeln wurden an Wänden und Metallpfählen vor den entsprechenden Häusern im Ort aufgestellt.

Davon stehen allein sieben an der Hauptstraße. Abgebildet sind unter anderem die Bäckerei und das Kaufhaus Schröder, die Schuhmacherei Otto, die Stellmacherei Campe und das Gasthaus mit Tankstelle. Weitere Tafeln stehen vor der alten Kapelle, der Friseurstube, der Tischlerei Müller, dem Kyffhäuser-Haus und dem Schulgebäude, das erst vor neun Monaten geschlossen wurde.

Die wetterbeständigen Tafeln bestehen aus Kunststoff mit einer Aluminiumschicht. Finanziert wurden sie aus Eigenmitteln des Förderkreises und aus Spenden örtlicher Kreditinstitute. Viele Daten und Fotos auf den Tafeln wurden von Bewohnern Stöckens zur Verfügung gestellt, freut sich Hans-Jürgen Hinrichs, zweiter Sprecher des Förderkreises. „Wir sind von Haustür zu Haustür gegangen und haben um altes Bildmaterial und Infos zu den Gebäuden gebeten“, berichtet er. Für diese Unterstützung dankt er den Bürgern.

Auf jedem Schild ist ein QR-Code abgebildet, über den weitergehende Informationen und Fotos von der Internetseite des Förderkreises abgerufen werden können. Das Ganze sei nicht nur eine nachhaltige Dorfführung, sondern biete auch Radtouristen interessante Informationen über Stöcken, erläutert Gawlik. Und damit sich Radler und Spaziergänger während ihrer Touren durch den Ort ein wenig ausruhen können, will der Förderkreis vor dem Korbhaus an der Hauptstraße noch eine hölzerne Sitzbank aufstellen. Sie wurde von einem Zimmermann angefertigt.

Auch nach dem Abschluss der Aktion „Ein Dorf erzählt“ steckt der Förderkreis voller Tatendrang. Und so hat er sich schon ein neues Projekt vorgenommen. „Wir wollen eine große Tafel zur Entwicklung der Landwirtschaft in Stöcken aufstellen“, blickt Gawlik voraus.

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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