Gemeinderat Oetzen will leer stehendes Gebäude in Stöcken veräußern

Stöcken: Käufer für ehemalige Schule gesucht

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Seit Februar steht das ehemalige Grundschulgebäude in Stöcken leer. Der Gemeinderat Oetzen möchte es verkaufen. Jetzt werden Interessenten gesucht. 

Stöcken – Vor knapp acht Monaten ging in Stöcken eine Ära zu Ende. Auf Beschluss des Roscher Samtgemeinderates wurde die Grundschule Stöcken aufgrund gesunkener Schülerzahlen aufgelöst und zum 1. Februar in die Grundschule Rosche integriert.

Seitdem steht das aus den 1950er-Jahren stammende Gebäude in Stöcken leer (AZ berichtete). Jetzt hat der Gemeinderat Oetzen beschlossen, dass das Objekt verkauft werden soll.

„Vielleicht besteht ja bei einem Einwohner oder einem Verein Interesse, das zu kaufen“, sagte Ratsherr Detlev von Scheve (CDU). Eine künftige Nutzung der Immobilie durch die Gemeinde hält er für wenig realistisch. „Außerdem kostet die Unterhaltung auf lange Sicht viel Geld“, gab von Scheve zu bedenken. Dem pflichtete Klaus Rumpenhorst (WGO) bei. „Wir als Gemeinde haben dafür keinen Zweck mehr, die schulische Nutzung ist vorbei“, sprach auch er sich für einen Verkauf aus.

Herbert Rätzmann, Gemeindedirektor von Oetzen

Das Objekt bietet zwei jeweils 60 Quadratmeter große Klassenräume und einen dazwischen liegenden Pausenraum von etwa 40 Quadratmetern Größe, sagt Gemeindedirektor Herbert Rätzmann im AZ-Gespräch. Ein Makler werde aber noch nicht eingeschaltet. Stattdessen habe Oetzens Bürgermeister Bernd Burmester (CDU) empfohlen, im Ort zu fragen, ob jemand Interesse an dem alten Schulgebäude hat, schildert Rätzmann.

Der Förderkreis Dorfgemeinschaft Stöcken kann sich durchaus vorstellen, das Objekt zu nutzen, wenn sich anderweitig kein Käufer finden sollte. „Ja, das haben wir auf dem Zettel“, bestätigt Hans-Jürgen Hinrichs, stellvertretender Sprecher des elf Mitglieder zählenden Förderkreises. Er will aber dessen für Anfang Oktober geplanter Sitzung nicht vorgreifen.

In dem Gebäude könnte zum Beispiel Material gelagert werden, meint Hinrichs. So verfügt der Förderkreis über zwei Miniaturdarstellungen von Stöcken – ein altes und ein neues Dorfmodell mit Häusern, Höfen und Straßen. Außerdem besitzt der Kreis noch Bilder und Ausstellungsstücke von der 875-Jahr-Feier Stöckens 2009, unter anderem zu den Themen Wohnen, Leben, Schule, Landwirtschaft, Handwerk und Freizeit. „Man könnte das alles gut in einem ehemaligen Klassenraum unterbringen“, schlägt Hinrichs vor. Schwierig wäre seiner Meinung nach aber die Finanzierung: „Wir nehmen keine Mitgliederbeiträge. Um das Gebäude zu mieten oder zu kaufen, fehlt uns das Geld.“

Eine andere Nutzung brachte die Stöckenerin Uta Rosenfeld, ehemalige Elternratsvorsitzende der Grundschule Stöcken, während der Ratssitzung ins Spiel. Sie fragte, ob der Hort, der sich zurzeit in der Grundschule Rosche befindet, in die leer stehenden Räume in Stöcken einziehen könnte.

Laut Rätzmann haben Politik und Verwaltung bereits darüber diskutiert, ob der Hort auch das alte Schulgebäude in Stöcken nutzen könnte. „Das steht aber nicht mehr zur Debatte“, betont der Gemeindedirektor. Über die Zukunft des Rosches Hortes werde noch gesondert beraten. „Wir haben da noch andere Optionen“, sagt Rätzmann, will dazu aber noch nicht ins Detail gehen.

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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