Kostenschätzung des geplanten Neubaus verschlägt Feuerwehr-Ausschuss fast die Sprache

Stöcken: Feuerwehr-Gerätehaus für 1,7 Millionen Euro?

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Auf diesem Grundstück in Stöcken soll das neue gemeinsame Gerätehaus der Feuerwehren Jarlitz, Süttorf-Dörmte, Oetzen und Stöcken gebaut werden. Doch wann die Planung beginnt, ist noch völlig unklar.

Stöcken. Als die Feuerwehren Jarlitz, Süttorf-Dörmte, Oetzen und Stöcken 2015 erstmals die Idee präsentierten, ein gemeinsames Gerätehaus zu bauen, war die Resonanz in der Samtgemeinde Rosche äußerst positiv (AZ berichtete).

Auch drei Jahre danach steht die Politik hinter dem Projekt. Doch die erwarteten Kosten verschlugen dem Feuerwehr-Ausschuss jetzt fast die Sprache. Rund 1,7 Millionen Euro, so die Schätzung eines Architekten, würde das auf einem Grundstück in Stöcken geplante Gebäude kosten.

„Ich bin ein bisschen geschockt über diese hohe Summe“, gab Rosches Gemeindebrandmeister Henning Räthke in der Sitzung zu. Doch auch in Nachbarkommunen gebe es ähnlich hohe Kosten für die Erstellung von Gerätehäusern. Der Stöckener Neubau soll etwa 900 Quadratmeter groß werden und Platz für vier Feuerwehrfahrzeuge bieten. Hinzu kommen ein Unterrichtsraum, das Brandmeisterbüro, Umkleiden, Toiletten, ein Lager und eine Küche. Die vier Wehren wollen umfangreiche Eigenleistungen erbringen.

Bislang hätten die Wehren aber kein Raumkonzept vorgelegt, kritisierte Samtgemeindebürgermeister Herbert Rätzmann. Dieses sei die Voraussetzung, um einen Planer mit der Erstellung eines Entwurfs beauftragen zu können. Derzeit existiert lediglich eine Zeichnung, auf der eine Feuerwehr-Arbeitsgruppe den ungefähren Platzbedarf in dem Gerätehaus dargestellt hat. „Ich brauche räumliche Vorstellungen, was geplant werden soll. Das kann ich noch nicht erkennen“, bemängelte Rätzmann. Sein Stellvertreter Rolf Musik sah das genauso. „Das ist nicht ausgegoren, die Zahlen sind nicht belastbar“, erklärte er.

Trotzdem appellierte Bernd Burmester (CDU) an die übrigen Ausschussmitglieder, die Planung für das Gerätehaus anzustoßen. „Wenn wir hier für die Zukunft etwas schaffen wollen, müssen wir in den sauren Apfel beißen und Geld in die Hand nehmen“, sagte er. Die Wehren bräuchten ein Signal, dass die Politik hinter dem Vorhaben stehe. „Wir müssen uns irgendwann mal bekennen“, betonte Burmester und bat darum, Planungskosten für das Gerätehaus in den Etat einzustellen.

„Irgendwann müssen wir Nägel mit Köpfen machen“, pflichtete Cord Schulze (CDU) ihm bei. Den Neubau planerisch auf den Weg zu bringen sei „der richtige Schritt“, fand auch Ausschussvorsitzender Friedrich-Christoph Flasche (CDU). Auf einstimmige Empfehlung des Ausschusses sollen 50. 000 Euro als Planungskosten in den Samtgemeindehaushalt 2019 aufgenommen werden (siehe Infokasten).

Dieser Betrag werde aber nicht ausreichen, warnte Musik. Er rechnet damit, dass dafür mindestens 300 .000 Euro erforderlich sind. „Im ersten Schritt müssten schon mal 150 .000 bis 200 .000 Euro in die Planung investiert werden – ohne zu wissen, was überhaupt gebaut werden soll und ob die Samtgemeinde das realisieren kann“, gab Musik zu bedenken.

Von Bernd Schossadowski

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