Tonnenschwere Anlage zur Behandlung von Bohrschlamm wird aufgebaut

Stahlkolosse für die Deponie Borg

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Auf dem Gelände des Entsorgungszentrums in Borg wird derzeit im Auftrag des Kreis-Abfallwirtschaftsbetriebes eine Anlage zur Bohrschlamm-Behandlung aufgebaut. In Deutschland gibt es nur eine vergleichbare Anlage.

Borg – Eine tonnenschwere Fracht aus Baden-Württemberg hat jetzt den Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Uelzen (awb) erreicht.

Auf dem Gelände des Entsorgungszentrums in Borg wurden mit Hilfe eines Schwertransportes mehrere Komponenten für eine Bohrschlammbehandlungsanlage angeliefert. Diese werden in den nächsten Tagen durch Fachleute der Herstellerfirma zu einer funktionierenden Einheit zusammengebaut.

Die Bohrschlammbehandlungsanlage ist deutschlandweit nahezu einmalig. Über Vergleichbares verfügt neben dem awb nur noch das Herstellerunternehmen in Baden-Württemberg. Anlass für die Anschaffung ist das Glasfasernetzprojekt des Landkreises. In dessen Rahmen sind zahlreiche Bohrungen zur Verlegung der Glasfaserleitungen erforderlich. Dabei fallen große Mengen an Bohrschlämmen an. Diese dürfen ohne Aufbereitung aber nicht wiederverwendet, verwertet oder beseitigt werden.

„Wir versprechen uns durch diese Anlage eine deutliche Kostenreduzierung hinsichtlich des Umgangs mit Bohrschlämmen“, sagt Tobias Linke, Bau- und Umweltdezernent des Landkreises Uelzen. Die Anlage solle auch nach dem Glasfaserprojekt weiterbetrieben werden. „Insofern dürfte dieses neue Betätigungsfeld des Abfallwirtschaftsbetriebes auch für andere Erzeuger solcher Schlämme interessant sein, die bislang vielfach den Entsorgungsweg über eine Deponierung gehen“, so Linke.

Mit der Anlage, die aus mehreren technischen Komponenten und Lagertanks besteht, können Bohrschlämme für diverse Verwertungswege aufbereitet werden. In mehreren Verfahrensschritten werden die Schlämme entwässert und schließlich verfestigt.

Alternativ kann mit Hilfe der Anlage auch Flüssigboden hergestellt werden, der zum Verfüllen von Leitungsgräben genutzt oder einer anderen Verwertung zugeführt werden kann. Die Anlage steht auf einer flüssigkeitsdichten, gepflasterten Fläche von rund 1.200 Quadratmetern und wird mittels selbst produziertem Strom aus der Biogasanlage des awb betrieben. Die Durchsatzleistung beträgt etwa 12.000 Tonnen pro Jahr und damit weit mehr, als Bohrschlämme aus dem Glasfaserprojekt des Landkreises anfallen.

Die Anschaffung war im Mai 2018 durch den Betriebsausschuss des Landkreises beschlossen worden. Die Kosten für die Anlage betragen rund 1,4 Millionen Euro. Hinzu kommen etwa 400.000 Euro für den Bau der erforderlichen Infrastruktur vor Ort.

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