SPD-Antrag abgelehnt: Grundschul-Standort Stöcken wird jährlich neu diskutiert

Entscheidung vorerst verschoben

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Wie lange die Schüler noch in der Grundschul-Außenstelle in Stöcken unterrichtet werden, wird jedes Jahr im Schulausschuss neu diskutiert.

Stöcken. Am Ende sind wieder alle so schlau wie vorher – das ist das Fazit zur Situation der Grundschul-Außenstelle in Stöcken.

„Das Problem ist nur verlagert, nicht gelöst“, fasste es der Sozialdemokrat Marc We-stedt am Ende der Sitzung des Roscher Samtgemeinderates zusammen. Über einen Antrag der SPD-Fraktion hatte der Rat abzustimmen. Die Sozialdemokraten forderten ein klares Aus der Außenstelle in Stöcken, sobald in der Oberschule Rosche genügend Räume für alle Grundschüler vorhanden sind.

Thomas Hengartner, der mit seiner Frau Uta Rosenfeld eine Kindergroßtagespflegestelle in Stöcken betreibt, vertrat die Eltern, deren Kinder die Grundschul-Außenstelle in Stöcken besuchen und besuchen werden, als Sprachrohr. Hengartner fasste kurz die Argumente zusammen. Dabei ging er auf die dörfliche Struktur und den demografischen Wandel ein. „Ein Zuzug zählt extrem viel“, betonte er. Sei der Schulstandort weg, dann halte es einige junge Familien ab, sich für Stöcken als Wohnort zu entscheiden. Mit Blick auf die Schülerzahlen unterstrich Hengartner, dass sich bis ins Jahr 2018 die Schülerzahlen positiv entwickeln.

„Dass Stöcken etwas verliert, mag sein, aber andere haben es ja auch verloren“, verteidigte Jürgen-Peter Hallier den Antrag der SPD. Ihm geht es vor allem darum, das Thema nicht jedes Jahr erneut im Schulausschuss wieder aufzurollen. „Die Schule soll in dem Jahr geschlossen werden, in dem die Oberschule signalisiert, dass für die Grundschüler genügend Räume zur Verfügung stehen“, betonte Hallier. Fest steht schon jetzt: In den nächsten zwei Jahren ist nicht genügend Platz vorhanden.

Der Vorsitzende des Schulausschusses, Thomas Meyer von der CDU/FDP-Gruppe, kann viele Argumente der Eltern nachvollziehen. Doch da es zur Zeit noch ein unklares Raumkonzept an der Roscher Oberschule gibt, könne man noch nicht planen. „Jedes Jahr im Dezember werden wir über die Schließung beraten“, so seine Meinung.

Auch Elke Schulze (Grüne) kündigte an, dem SPD-Antrag auf Schließung des Standortes Stöcken nicht zuzustimmen: „Ich finde den Antrag zur jetzigen Zeit ungünstig, weil er das Feuer schürt.“ Sie plädierte dafür, einen runden Tisch einzurichten, um ein Konzept zu erarbeiten.

Vor der Abstimmung erinnerte Marc Westedt an die Empfehlung der Roscher Grundschulleiterin Susanne Prehm. Sie führte in erster Linie pädagogische Gründe ins Feld.

Mit einer Stimme Mehrheit wurde am Ende der SPD-Antrag abgelehnt. Das bedeutet, dass im Dezember dieses Jahres erneut über die Schließung der Außenstelle in Stöcken diskutiert wird.

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