Unfälle in scharfer Kurve – immer der gleichen

Schon zum dritten Mal seit 2015 kracht es bei Familie Meyer in Batensen

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Torsten Meyer ist frustriert: Vor wenigen Tagen ist ein Auto in die Wand seiner Scheune in Batensen gefahren. Es ist der dritte Unfall dieser Art innerhalb von drei Jahren.

Batensen. Torsten Meyer aus Batensen liegt gerade auf dem Sofa in seinem Wohnzimmer, als ihn ein gewaltiger Knall hochfahren lässt. Der 50-Jährige blickt auf die Uhr: Es ist kurz nach Mitternacht.

Totalschaden: Auf seiner nächtlichen Irrfahrt prallte der Unfallverursacher auch gegen den geparkten roten Skoda von Birgit Meyer.

Als er vor die Haustür tritt, bekommt er einen Schreck: Ein VW Caddy ist frontal gegen die Ziegelwand seiner Scheune geprallt und hat diese schwer beschädigt. „Das ist nicht zu glauben“, sagt Meyer. „Innerhalb von drei Jahren ist das schon das dritte Mal, dass jemand bei uns reinkracht.“ Dass die Meyers immer wieder von Unfällen heimgesucht werden, hängt mit der Lage ihres Hauses zusammen. Es steht in einer scharfen Linkskurve der L 265, etwa 70 Meter hinter dem Ortsschild aus Richtung Suhlendorf. Viele Fahrzeuge brausen zu schnell nach Batensen hinein und werden von der Kurve überrascht, erzählt Meyer. „Ortsfremde kennen sich einfach nicht aus auf dieser Straße.“

Begonnen hatte die Unfallserie im Februar 2015, als ein Lkw gegen das Haus der Meyers und ihr dort geparktes Auto prallte. „Die Veranda wurde um 20 Zentimeter verschoben. Und unser Wagen hatte anschließend nur noch Schrottwert“, erinnert sich Meyer, der seit sieben Jahren in Batensen wohnt. Anfang 2017 krachte dann ein Auto in den Holzzaun der Meyers.

Vor wenigen Tagen ereignete sich der dritte Unfall. Der 28-jährige Fahrer aus dem Landkreis Lüneburg sei offenbar übermüdet gewesen, teilt die Polizei mit. Deshalb sei er in der Linkskurve geradeaus gefahren – mitten auf das Grundstück der Meyers. „Das Auto ist gegen den Bordstein geprallt, abgehoben und gegen den Skoda meiner Frau geflogen. Der hat jetzt einen Totalschaden“, erzählt Meyer.

Durch den Aufprall wurde der Skoda gegen sein eigenes Auto geschoben, das aber nur leicht beschädigt wurde. Nachdem der Caddy noch einen Zaun durchbrochen hatte, endete die Schussfahrt an der Scheune. Weil diese nun einsturzgefährdet ist, hat das Technische Hilfswerk die zerstörten Mauern mit Stahlstreben abgestützt. Der Unfallfahrer wurde schwer verletzt.

„Hätte mein Auto den Caddy nicht abgebremst, wäre er mit viel höherem Tempo in die Scheune gerast. Dann wäre sie wohl eingestürzt und der Fahrer wesentlich schwerer verletzt worden“, glaubt Birgit Meyer. Sie ist auch erleichtert, dass ihre sechs Pferde im hinteren Teil der Scheune nichts abbekommen haben. „Sie standen hinter einer Zwischenwand und haben erstaunlich gelassen reagiert“, schildert sie. Positiv sei auch, dass die Schäden an der Scheune und den Autos von der Versicherung bezahlt werden.

Ganz anders sieht es mit Birgit Meyers Seelenleben aus. „Ich habe Riesenangst, dass hier wieder was passiert. Diese Ungewissheit ist sehr belastend“, sagt sie. Damit sich dort keine Unfälle mehr ereignen, wünschen sich die Meyers verkehrsberuhigende Maßnahmen auf der Ortsdurchfahrt, zum Beispiel Bremsschwellen und Tempo 30. Und die beiden greifen jetzt zur Selbsthilfe: „Wir werden neben unserem Haus einen mindestens zwei Meter hohen Stahlzaun errichten, damit endlich Ruhe ist“, kündigt Birgit Meyer an. „Wir können uns doch nicht jedes Mal unser Hab und Gut zerstören lassen.“

Von Bernd Schossadowski

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