130 Feuerwehrleute bei Brand in Dörmte im Einsatz / Stall und Holzlager brennen nieder

Schuppen zerstört, Hühner gerettet

Der Holzschuppen, in dem Familie Bauck aus Dörmte Maschinen und Zubehör (Foto rechts) für die eigene Imkerei gelagert hat, ist nicht mehr zu retten. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf rund 10 000 Euro. Ein Kaninchen kam in den Flammen zu Tode. Foto: Hackenberg
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Der Holzschuppen, in dem Familie Bauck aus Dörmte Maschinen und Zubehör für die eigene Imkerei gelagert hat, ist nicht mehr zu retten. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf rund 10 000 Euro. Ein Kaninchen kam in den Flammen zu Tode.

Dörmte. Am Samstagmorgen stand Otto Bauck noch in seinem Schuppen und presste Honig, den seine Familie von zu Hause aus verkauft. Am späten Nachmittag erhielt er dann den unglückverheißenden Anruf.

„Wir standen gerade in Hamburg am Bahnhof und haben auf den Zug gewartet“, beschreibt der Rentner den Moment, als er erfuhr, dass es auf seinem Grundstück brannte. Anders als zuerst berichtet handelt es sich um keine Zimmerei, sondern um einen ehemaligen Tischlereibetrieb, der schon viele Jahre als Stall und Lagerschuppen von der Familie genutzt wird.

Erst Stunden später traf Bauck in Dörmte ein, wo schon 130 Einsatzkräfte der Feuerwehr vor Ort waren. Auch, wenn das Feuer gegen 18 Uhr unter Kontrolle gebracht werden konnte, hielten die Feuerwehrmänner noch bis nachts um 2 Uhr Wache, um kleinere, neu auflodernde Brandherde bereits im Keim zu ersticken.

Glücklicherweise wurde bei dem Feuer, das besonders stark brannte, weil jede Menge Brennholz in dem Schuppen gelagert wurde, kein Mensch ernsthaft verletzt. Eine Hühnerfamilie mit einem Hahn und sechs Hennen, die ihren Stall im Schuppen hatten, konnten durch das beherzte Handeln eines jungen Feuerwehrmannes gerettet werden. „Das war einer seiner ersten größeren Einsätze überhaupt“, bestätigt der Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Oetzen, Hartmut Müller. Dabei hat der junge Retter bewusst das Risiko in Kauf genommen, selbst in Gefahr zu geraten: Eine Gasflasche, die zum Betreiben eines Bunsenbrenners verwendet wurde, befand sich direkt neben den Tieren. „Er hat richtig gehandelt“, betont Müller. „Unser oberstes Ziel ist es – nach Menschen – Tiere zu retten.“ Das Kaninchen von Baucks Enkelin hatte leider weniger Glück. Es verstarb in den Flammen.

Gestern war ein Brandursachenermittler des Kriminalermittlungsdienstes aus Uelzen vor Ort. „Wir gehen aufgrund der Brandspuren von einem technischen Defekt aus“, sagt Polizeisprecher Kai Richter. „Brandstiftung oder Vorsatz schließen wir aus.“ Noch seien die Ermittlungen aber nicht abgeschlossen. Den Schaden schätzt Richter auf rund 10 000 Euro. „Hier stand eine elektrische Dosenverschlussmaschine“, zeigt Otto Bauck links neben den Türeingang. „Und die Gefriertruhe dahinter war randvoll mit Forellen und Fleisch.“

Ein paar Jahre zuvor hatte die Familie erst am Schuppen angebaut. „Wir müssen alles komplett abreißen“, ist sich Schwiegertochter Heike Bauck sicher. Doch sie weiß auch: „Es hätte viel schlimmer kommen können, wenn sich die Flammen auf unseren zweiten Schuppen gegenüber und unser Wohnhaus ausgebreitet hätten.“ Die Familie ist den zahlreichen Einsatzkräften deshalb sehr dankbar.

Von Sandra Hackenberg

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