Vorwurf der fehlenden Führungsqualität: Geschäftsführer der Genossenschaft ist freigestellt

Saatbau Stoetze schasst ihren Chef

  • Bernd Schossadowski
    VonBernd Schossadowski
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bs Stoetze. Auf der Generalversammlung vor einem Jahr wurde er in den höchsten Tönen gelobt. „Wir sind begeistert, mit welchem großen Enthusiasmus er dabei ist. Wir sind der Meinung, wir haben in ihm den richtigen Mann gefunden.“

Diese lobenden Worte hatte Otto Mennerich, Aufsichtsratsvorsitzender der Saatbau Stoetze, damals über den neuen Geschäftsführer Lothar Ahrens gesagt. Doch die Euphorie ist inzwischen verflogen, wie bei der jetzigen Generalversammlung der Warengenossenschaft deutlich wurde. Dabei teilte Mennerich mit, dass Ahrens bereits seit August von seinen Aufgaben freigestellt ist.

Der Aufsichtsrats-Chef warf Ahrens, der bei der Versammlung nicht anwesend war, eine „nicht vorhandene Bereitschaft, die Verantwortung zu übernehmen“ vor. Das habe sich unter anderem darin gezeigt, dass Ahrens nicht mit seinem Namen auf dem Briefkopf der Saatbau Stoetze habe auftauchen wollen.

Hinzu seien fachliche Mängel gekommen, so Mennerich. Ahrens, der sein Amt Anfang 2015 übernommen hatte, habe „zu große Lücken in Buchhaltung und Bilanz“ gehabt. Die Folge: „Die Mitarbeiter fühlten sich nicht mehr wohl, das Betriebsklima drohte zu kippen.“ Daher habe man „die Reißleine gezogen“ und Ahrens freigestellt. Dessen Vertrag endet am 31. Dezember 2017. Als Nachfolger stellte Mennerich der Versammlung Thorsten Kruse und Karsten Främbs vor. Beide haben rückwirkend zum 1. November 2016 die Geschäftsführung der Saatbau Stoetze übernommen.

Ahrens ist über die Kritik an ihm sehr erstaunt, wie er im AZ-Gespräch erklärt. Den Vorwurf der mangelnden Führungsqualität weist er entschieden zurück. „Ich habe als Geschäftsführer alle Sachen unterschrieben. Ich stand da voll dahinter“, betont er. Viele Kritikpunkte seien „an den Haaren herbeigezogen“, zum Beispiel die Sache mit dem Briefkopf. Er habe lediglich einen Brief zu Bankgeschäften der Saatbau Stoetze nicht unterzeichnen wollen. „Da musste ich nicht der erste Ansprechpartner sein, weil ich nicht der Bankfachmann bin“, stellt Ahrens klar.

Zugleich ist er über die offene Kritik von Mennerich verwundert. „Wir haben in unserem Aufhebungsvertrag vereinbart, dass keine Gründe zu meiner Freistellung nach draußen dringen sollen“, erklärt er.

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