Umsatz steigt vor allem bei Kartoffeln und Zwiebeln

Saatbau Stoetze erzielt sattes Plus: Fast 201.000 Euro Gewinn

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Führten durch die Versammlung (von links): Aufsichtsratsvorsitzender Otto Mennerich mit Vorstandschef Bernd Bannehr, den Geschäftsführern Thorsten Kruse und Karsten Främbs sowie Jens-Wilhelm Rabeler vom Genossenschaftsverband.

Stoetze – Auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr hat gestern die Saatbau Stoetze während ihrer Generalversammlung zurückgeblickt.

„Wir haben einen Super-Jahresabschluss hingelegt“, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Otto Mennerich vor etwa 70 Gästen im Stoetzer Dorfgemeinschaftshaus.

Der Umsatzerlös der Raiffeisen-Warengenossenschaft stieg im Zeitraum zwischen dem 1. Juli 2018 und dem 30. Juni 2019 auf 16,3 Millionen Euro an. Das waren etwa sechs Millionen Euro mehr als im Jahr zuvor. Vor allem bei Kartoffeln und Zwiebeln erzielte die Saatbau hohe Erlöse, berichtete Thorsten Kruse, einer von zwei Geschäftsführern. „Die Beregnung hat es erst möglich gemacht, dass wir in den letzten beiden Jahren vernünftige Umsätze erwirtschaftet haben“, erklärte Kruse mit Blick auf die Kartoffeln.

Die extreme Trockenheit der Jahre 2018 und 2019 habe den Landwirten in der Region sehr zugesetzt. Deshalb gab es beim Getreide auch deutliche Ertragseinbußen. „Hier haben wir eine bis zu 30-prozentige Minderernte erleiden müssen“, schilderte der andere Geschäftsführer Karsten Främbs. Die Verfügbarkeit von Wasser für die Land- wirtschaft werde zu einer großen Herausforderung für die Zukunft, betonte daher Mennerich.

Beim Saatgut und Pflanzenschutz verzeichnete die Genossenschaft Rückgänge, bei Düngemitteln jedoch einen Zuwachs, ebenso bei Brenn- und Treibstoffen, bilanzierte Kruse. Sehr erfolgreich sei die Zusammenarbeit mit der Bioenergie Stoetze verlaufen, mit der die Saatbau ein Nahwärmenetz in Betrieb genommen hat (AZ berichtete). „Wir haben mit zwei Blockheizkraftwerken begonnen. Jetzt stehen auf unserem Gelände drei Motoren und ein 100-Kubikmeter-Pufferspeicher“, erklärte Kruse. Damit werden Wohnhäuser in Stoetze und die Siedlung Humanopolis in Groß Malchau mit Wärme versorgt. Auch die Beteiligung der Saatbau an der Biogasanlage Rosche (Bigaro) sei eine Erfolgsgeschichte. „Der Plan ist für uns alle aufgegangen“, sagte Kruse. „Das Projekt entwickelt sich prächtig weiter.“

Unter dem Strich weist die Bilanz der Saatbau Stoetze zum 30. Juni 2019 einen Gewinn von fast 201 000 Euro aus. Davon werden auf Beschluss der Versammlung knapp 28 000 Euro als sechsprozentige Dividende auf die Genossenschaftsanteile der Mitglieder ausgezahlt. Der restliche Betrag wird in Rücklagen eingestellt. Und so erteilte die Versammlung sowohl Vorstand als auch Aufsichtsrat gestern ohne jede Gegenstimme Entlastung. Ebenfalls einstimmig wurden Vorstandsmitglied Carsten Möller und die Aufsichtsratsmitglieder Friedrich-Wilhelm Gause und Markus Persiehl wiedergewählt.

Erfreut blickte Främbs auf das 90-jährige Bestehen der Saatbau Stoetze zurück. Dieses war im Mai mit zahlreichen Gästen und Live-Musik gefeiert worden. Ein Videofilm ließ die Höhepunkte der Feier gestern noch einmal Revue passieren.

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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