Gemeinde verzeichnet hohe Gewerbesteuer-Erträge und tilgt Kredit / Drei Straßen ausgebaut

Roscher Haushalt ist „ein Traum“

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Eine neue Fahrbahn, neue Gehwege und Gossen hat der Amselweg in Rosche erhalten – eine von mehreren großen Investitionen der Gemeinde. Finanziell steht diese glänzend da. So wurde außerplanmäßig ein Kredit von 473 000 Euro getilgt.

Rosche. In Zeiten klammer kommunaler Kassen landauf, landab bildet die Gemeinde Rosche eine rühmliche Ausnahme. „Unsere Haushalts-Entwicklung ist ein Traum“, sagte der stellvertretende Bürgermeister Cord Schulze (CDU) am Mittwochabend bei den Beratungen über den Etat 2016.

Einstimmig verabschiedete der Rat das Zahlenwerk, das einen Überschuss von 22 700 Euro ausweist. Erhöhungen der Grundsteuern A und B sowie der Gewerbesteuer sind im nächsten Jahr nicht vorgesehen.

Doch es war nicht allein der Überschuss, der im Rat für Freude sorgte, sondern die unerwartet positive Entwicklung des Haushalts 2015. „Wir verzeichnen in diesem Jahr außerordentlich gute Gewerbesteuer-Erträge“, berichtete Gemeindedirektor Rolf Musik. Statt der kalkulierten 340 000 Euro seien 920 000 Euro in die Kasse der Gemeinde Rosche geflossen. Das Geld stammt hauptsächlich von drei großen Gewerbesteuerzahlern: einem Biogasanlagen-Betreiber, einem Gasversorger und einem Naturkostbetrieb.

„Die gute Ertragslage erlaubt uns, noch im Dezember ein Darlehen von 473 000 Euro zu tilgen“, erklärte Musik. Damit werde sich die Gesamtverschuldung der Gemeinde zum Jahresende auf unter eine Million Euro verringern. In einigen Jahren, so seine Hoffnung, könnte die Gemeinde schuldenfrei sei. „Das ist eine unglaublich günstige Entwicklung, die nicht vorhersehbar war und uns einen Riesenschritt nach vorne bringt“, freute sich Musik. Bemerkenswert sei auch, dass die Haushaltslage trotz umfangreicher Investitionen in den vergangenen Jahren so gut sei. „Das ist sicherlich nicht die Regel bei anderen Kommunen im Landkreis Uelzen.“

So habe die Gemeinde zwischen 2009 und 2014 insgesamt 2,5 Millionen Euro in die Dorferneuerung investiert. Außerdem seien im laufenden Jahr drei große Straßenbauprojekte in Angriff genommen worden: der Ausbau des Amselwegs in Rosche sowie zweier Straßen in Schmölau und Polau. Die Gesamtkosten bezifferte Musik auf 500 000 Euro. Etwa die Hälfte dieser Summe hätten die Anlieger als Ausbaubeiträge gezahlt. Für 2016 sind dagegen keine Investitionen in der Gemeinde geplant. „Eine Atempause tut auch mal gut“, meinte Musik.

Bei den Ratsmitgliedern sorgte die gute Finanzlage für fröhliche Gesichter. „Es macht außerordentlich Freude, auch in diesem Jahr einen so guten Haushalt verabschieden zu dürfen“, sagte Cord Schulze. „Wir sind auf einem sehr guten Weg.“ Auch Marc Westedt (SPD) lobte die Entwicklung: „Die Situation hat sich in den letzten Jahren extrem entspannt.“ Es sei ungewöhnlich, außerplanmäßig einen so großen Kredit zu tilgen.

Von Bernd Schossadowski

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