Ein Riesen-Bau mit acht Geschossen

Roscher Firma Bauck errichtet zwei neue Mühlen für rund 20 Millionen Euro

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Jan-Peter Bauck, Geschäftsführer des Roscher Naturkostherstellers Bauck, zeigt auf die Stelle neben dem Lager, an der das neue Mühlengebäude errichtet wird.

Rosche – Noch ist es nur eine unscheinbare Zufahrt neben der Lagerhalle der Firma Bauck. Auf dieser Fläche und einem angrenzenden Acker plant der Roscher Naturkosthersteller die mit Abstand größte Investition seiner jüngeren Firmengeschichte.

Für rund 20 Millionen Euro sollen zwei moderne Mühlen zur Produktion von glutenfreien Flocken und Mehlen in Bio- und Demeter-Qualität errichtet werden. Baubeginn soll im Mai sein, die Inbetriebnahme im Sommer 2020, kündigt Geschäftsführer Jan-Peter Bauck an.

Die neue achtgeschossige Anlage wird die bisherigen Dimensionen am Standort Rosche bei Weitem übertreffen. „Das Gebäude wird 45 Meter hoch und 25 Meter breit“, erklärt Bauck im AZ-Gespräch. Hinter den beiden Mühlen sei ein zweigeschossiger Trakt für Verpackung und Büros geplant.

Durch die neue Anlage werde die Kapazität der Firma mehr als verdoppelt. Künftig werde es möglich sein, rund 13 000 Tonen mehr Getreide im Jahr zu verarbeiten. „Die Investition am Standort Rosche hat für uns eine wichtige strategische Bedeutung“, sagt Bauck. „Wir stärken damit ganz besonders unsere Kompetenz im Bereich glutenfreier Hafer.“

Bislang verfügt die 1969 gegründete Firma Bauck über zwei Mühlen. In der größeren werden seit 2000 glutenhaltige Weizen-, Roggen- und Dinkelmehle produziert. Die kleinere Mühle ging 2006 in Betrieb – dort werden glutenfreie Rohstoffe wie Reis, Mais, Kichererbsen, Buchweizen und Hirse verarbeitet. „Diese Mühle ist inzwischen aber zu klein geworden. Wir wollen sie deshalb durch den Neubau ersetzen“, erläutert Bauck. Dort werde dann auch das Schälen und die Flockenherstellung möglich sein.

Nach Ansicht von Bauck trägt die Investition zur nachhaltigen Standortsicherung bei. „Das soll unsere Entwicklung der nächsten Jahrzehnte bestimmen“, blickt er voraus. Bislang beziehe das Unternehmen, das einen Jahresumsatz von etwa 45 Millionen Euro hat, seine Rohstoffe aus der ganzen Welt. Der künftige Fokus auf die Produktion von glutenfreiem Hafer, der in Norddeutschland angebaut wird, „gibt uns die Möglichkeit, zurück zu den Wurzeln zu kommen und mit Biolandwirten aus der Region zusammenarbeiten zu können“, freut sich Bauck.

Die neue Anlage ermögliche aber auch, die Frachtkilometer zu reduzieren. Durch die verstärkte Verarbeitung in eigenen Anlagen könnten mindestens 180 000 Lkw-Kilometer pro Jahr eingespart werden, rechnet Bauck vor. „Da fällt eine Menge Diesel auf der Straße weg.“ Für den Betrieb der neuen Anlage sollen zudem zehn zusätzliche Mitarbeiter eingestellt werden, kündigt der Geschäftsführer an. Bislang zählt die Firma etwa 180 Beschäftigte.

Innovative Wege geht das Unternehmen auch bei der Finanzierung der Investition. Mindestens eine Million Euro will die Bauck GmbH über Crowdinvesting einnehmen. „Diese Marke haben wir schon geknackt“, verrät der Firmenchef. Noch bis Mitte nächster Woche können Privatpersonen Beträge zwischen 1000 und 10 000 Euro investieren. Das Ganze ist als Darlehen über sechs Jahre mit Verzinsung angelegt.

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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