Von Baugebieten bis zur Oberschule

Rosche: Samtgemeindebürgermeister-Kandidaten stellen sich Fragen der Einwohner

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Die Roscher Samtgemeindebürgermeister-Kandidaten stellten sich den Fragen der Bürger in Bankewitz: Bernd Burmester (von links), Andreas Widdecke und Manuela Kapak-Wendt.

Bankewitz – Wer sind die Kandidaten für die Wahl des Samtgemeindebürgermeisters in Rosche und welche Ziele haben sie? Die Gelegenheit, Michael Widdecke (CDU), Bernd Burmester (unabhängiger Einzelbewerber) und Manuela Kapak-Wendt (Grüne) auf den Zahn zu fühlen, hatten die Bürger jetzt in Bankewitz auf der ersten von insgesamt drei öffentlichen Vorstellungsrunden.

„Die Menschen sollen wissen, wer sich bewirbt“, sagte Peter Hallier, der zusammen mit Rainer Fabel die Runden organisiert. Die Fragen der Bürger in Bankewitz reichten von der Rolle der Verwaltung über die A 39 bis zu Baugebieten.

Baugebiete

Alle drei Kandidaten wollen auch in Anbetracht des demografischen Wandels Zuzug für die Samtgemeinde. „Wir brauchen ein Leerstandskataster für alle 51 Ortsteile“, erklärte Widdecke. Flächenfraß auf Kosten der Landwirtschaft müsse man durch Lückenschlüsse verhindern.

Auch Manuela Kapak-Wendt sprach sich dafür aus, Leerstände zu beheben. Es müsse aber auch möglich sein, in seinem Heimatort zu bauen, wenn man dorthin zurückkehren möchte.

„Den Wunsch kann ich verstehen, wenn die Leute zurück wollen, aber es ist nicht einfach“, betonte Burmester. Nicht nur Samtgemeinde und Gemeinde, sondern auch der Landkreis habe ein Wort mitzureden. Es müsse vor allem darum gehen, die Möglichkeiten zur Einzelbebauung auszuschöpfen.

Die A 39

„Wie in jeder guten Ehe ist man bei einem Thema nicht immer gleicher Meinung“, sagte Manuela Kapak-Wendt, als sie zu ihrer Position zur A 39 befragt wurde. Sie sei für die Autobahn, denn diese schaffe Vorteile für die Region. Der Bau stehe fest, jetzt gehe es darum, in Einzelfällen für Betroffene etwas zu tun. Dazu wolle sie ihre Kontakte zur Landesstraßenbaubehörde nutzen, so die Leiterin der Straßenmeisterei Uelzen.

„Die Autobahn wird die gesamte Infrastruktur der Samtgemeinde ändern“, erklärte Burmester. Sie biete eine einzigartige Chance, Wohnraum und Arbeitsplätze zu schaffen, für die man schon jetzt planen müsse. „Wo Licht ist, ist auch Schatten“, sagte Burmester. Er habe als Bürgermeister Oetzens mit Kooperationsbereitschaft und Engagement für Lärmschutz gekämpft und einiges erreicht.

Auch Michael Widdecke betonte die Chancen, die in der Autobahn liegen. Erklärte aber auch, dass er Folgen, „die über das Hinnehmbare gehen“, nicht akzeptieren werde. Er wolle dann seine Kontakte zum Bundestagsabgeordneten Henning Otte nutzen, um Änderungen zum Wohle der Betroffenen zu erreichen.

Die Rolle der Verwaltung

Er wolle weiterhin auf eine schlanke Verwaltung setzen und sich im Bedarfsfall Unterstützung von Externen holen, betonte Widdecke. Es sei ein Vorteil, einen kleinen Stamm von guten motivierten Mitarbeitern zu haben und keine aufgeblähte Verwaltung. „Ich habe keinen Bammel davor die Aufgabe zu übernehmen“, sagte Widdecke.

Burmester will die Verantwortung in Zukunft wieder auf drei Schultern verteilen. Dafür gebe es im Rathaus qualifiziertes Personal, das – wenn der allgemeine Vertreter des Samtgemeindebürgermeisters, Rolf Musik, in eineinhalb Jahren in Ruhestand geht – Verantwortung übernehmen kann. „Wir haben Potenzial im Rathaus“. Es gehe jetzt darum, Perspektiven aufzuzeigen, um zu verhindern, dass qualifiziertes Personal abwandert. „Die Samtgemeinde ist der Dienstleister für die Gemeinden“, sagte Burmester. Es gebe einen Nachholbedarf bei der Bürgernähe.

Die Verwaltung solle bürgernah und modern handeln, sagte Manuela Kapak-Wendt. Entscheidungen sollten gemeinsam mit Bürgern gefällt werden. Wichtig sei, gemeinsam ein Team in der Verwaltung zu bilden und mit Rolf Musik frühzeitig auf Nachfolger-Suche zu gehen. Als Samtgemeindebürgermeisterin wolle sie mit allen Fraktionen zusammenarbeiten.

Die Schulen

Bei den Grundschulen sehen alle drei Kandidaten die Samtgemeinde als gut aufgestellt an. Die Oberschule Rosche hingegen sorgt in Anbetracht der geringen Schülerzahlen für Sorgenfalten. Es sei an der Zeit, gemeinsam mit den Eltern zu überlegen, was man brauche und wolle, sagte Burmester. „Wir müssen ein Alleinstellungsmerkmal für unsere Schule schaffen.“ Dazu gehöre auch über den eigenen Schatten zu springen, und über an- dere Schulformen nachzudenken.

Widdecke betonte, dass die Trägerschaft der Oberschule beim Kreis liege und die Samtgemeinde versuche, zu helfen, wo es geht und auf Kreisebene gerade die Probleme beleuchtet werden.

Manuela Kapak-Wendt will, dass die Schulwege möglichst kurz gehalten werden, und meinte, dass der „Schultourismus“ als Problem angegangen werden müsse. Der Ort brauche eine Schule.

VON LARS LOHMANN

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