Zwei Grundstücke bleiben vorerst frei

Rat Oetzen beschließt neues Baugebiet in Stöcken – Kyffhäuser sind besorgt

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Auf dieser Fläche, dem einstigen Sportplatz von Stöcken, will die Gemeinde Oetzen vorerst nur vier Bauplätze verkaufen. Die Kyffhäuser, die dort ihren Schießstand betreiben, befürchten Nutzungskonflikte mit den Anwohnern.

Stöcken – Die Fläche ist groß genug für sechs Grundstücke, doch vorerst sollen nur vier Bauplätze verkauft werden. Der Gemeinderat Oetzen hat jetzt einstimmig den Bebauungsplan „Am Sportplatz“ in Stöcken beschlossen.

Seit 1963 wird das Areal nicht mehr für Fußball-Punktspiele genutzt, sondern dient nur noch als Übungsplatz der Feuerwehr und als Bolzplatz.

Die Entscheidung, ein kleines Baugebiet im Nordosten von Stöcken zu schaffen, stieß bei einigen Zuhörern der Ratssitzung jedoch auf Vorbehalte. So warnte die Kyffhäuser Kameradschaft, die neben dem Sportplatz ihren Schießstand betreibt, vor Nutzungskonflikten mit den künftigen Anwohnern. Sollten dort tatsächlich einmal sechs Häuser gebaut werden und nahe an den Schießstand heranreichen, könnte es durch das Großkaliberschießen Geräuschbelastungen für die Nachbarn geben, erklärte Kyffhäuser-Vorsitzender Peter Froböse.

„Das ist selbstverständlich bedacht worden. Es gibt die Auflage, dass nur bis 22 Uhr geschossen werden darf“, antwortete Gemeindedirektor Herbert Rätzmann. Er stellte klar: „Für die Zukunft gibt es durch diese Planung keine weiteren Einschränkungen für die Kyffhäuser.“

Auch Ratsherr Detlev von Scheve (CDU) versuchte die Bedenken der Kameradschaft auszuräumen. Diese befürchtet, dass sie ihren Schießstand nicht mehr umbauen oder erweitern kann, wenn in direkter Nachbarschaft Wohnhäuser stehen. „Selbst wenn sechs Bauplätze verkauft würden, ist dort noch genügend Platz für Aktivitäten“, versicherte von Scheve. „Wir wollen, dass das in Ruhe und Frieden vor sich geht.“

Klaus Rumpenhorst (WGO) sagte, die Gemeinde werde lediglich vier Grundstücke im südlichen Teil des Sportplatzes – ein Stück entfernt vom Schießstand – verkaufen. Sollte irgendwann einmal der Wunsch bestehen, auch die beiden restlichen Bauplätze zu veräußern, sei das nur mit Zustimmung des Rates möglich. Mittelfristig sei das jedoch nicht geplant, so Rumpenhorst. „Das ist aber keine Garantie für 90 Jahre“, ergänzte Bürgermeister Bernd Burmester (CDU). Nach seinen Worten werden zwei Grundstücke über den Sportplatzweg erschlossen, die übrigen beiden über den Wiesenweg. Eine zusätzliche Erschließungsstraße werde nicht gebaut.

Vereinsvorsitzender Froböse erklärte, er vertraue dem Gemeinderat, dass dieser keinen Beschluss entgegen den Interessen der Kameradschaft treffen werde. „Ich hätte es aber gut gefunden, wenn man auf uns zugekommen wäre und ein offenes Wort gesprochen hätte“, sagte er mit Blick auf Burmester.

Der Rat habe kein Interesse daran, den Kyffhäusern zu schaden, betonte von Scheve. „Wir sind dankbar für jeden Verein in der Gemeinde.“ Allerdings gebe es in Stöcken derzeit keine alternativen Baugebiete. Das Ziel sei, jungen Familie die Möglichkeit zu bieten, im Ort zu bauen.

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