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Neue Siedlung für gemeinschaftliches Wohnen in Groß Malchau wächst

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Von: Bernd Schossadowski

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Janna Wahlich, Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Humanopolis in Groß Malchau, und die Mitbegründer Dietrich Laber (links) und Wolfgang Krüger
Janna Wahlich, Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Humanopolis in Groß Malchau, und die Mitbegründer Dietrich Laber (links) und Wolfgang Krüger freuen sich, dass die Siedlung für generationsübergreifendes Wohnen wächst. © Schossadowski, Bernd

Das generationsübergreifende Wohnprojekt am Ortsrand von Groß Malchau macht Fortschritte. In der Nähe der sozialpädagogischen Arbeitsgemeinschaft Humanopolis stehen bereits die ersten vier der sieben geplanten Häuser

Groß Malchau – Die Sonne brennt von einem blauen Himmel über Groß Malchau. Das Wetter passt perfekt zum Namen der Genossenschaft, die dort – nahe der sozialpädagogischen Siedlungs- und Arbeitsgemeinschaft Humanopolis – ein Millionenprojekt gestartet hat. Die Genossenschaft heißt Sonnenfeld eG und lässt gerade eine Wohnsiedlung für ältere Menschen errichten, die gerne in einer Gemeinschaft leben möchten. Vier Häuser stehen dort inzwischen, das erste wird seit Juni von einem Ehepaar bewohnt.

Für Wolfgang Krüger, Mitbegründer von Humanopolis und Aufsichtsratsmitglied der Sonnenfeld eG, ist das ein wunderbarer Anblick. „Man ist unglaublich erstaunt, wenn das, was man erdacht hat, plötzlich leibhaftig vor einem steht“, sagt er im AZ-Gespräch. „Man sieht, wie es Gestalt annimmt. Und es fügt sich wunderbar in die Landschaft ein.“

Wie berichtet, werden auf einer kleinen Anhöhe am Ortsrand sieben Häuser in Holzrahmenbauweise errichtet. Jedes von ihnen besteht aus zwei barrierefreien, eingeschossigen Mietwohnungen, die als Sechsecke symmetrisch nebeneinander angeordnet sind. Zwei der Doppelhäuser sind etwas größer – ihre Apartments bieten jeweils 65 Quadratmeter Platz. In den übrigen fünf Doppelhäusern gibt es Wohnungen mit jeweils 55 Quadratmetern. Für die drei noch fehlenden Häuser werden demnächst die Fundamente ausgehoben und gegossen.

Alle Gebäude bestehen aus Kiefernholz, haben Fußbodenheizung, nach Süden ausgerichtete Terrassen und werden mit Fernwärme aus der Biogasanlage der Saatbau Stoetze beliefert. Das Besondere an dem Projekt: Es handelt sich um eine sozial geförderte Wohnform mit günstigen Mieten. „Sie sind auf 5,60 Euro pro Quadratmeter ge-deckelt. Hinzu kommen noch die Nebenkosten“, erklärt Dietrich Laber, ebenfalls Mitbegründer von Humanopolis und Aufsichtsratsmitglied der Sonnenfeld eG.

In den Häusern sollen Menschen ab 60 Jahre leben, die sich noch rüstig und tatkräftig fühlen und ein lebendiges Miteinander mit den jungen Leuten aus der Arbeitsgemeinschaft Humanopolis pflegen wollen. Die künftigen Mieter der Siedlung können zum Beispiel ihre Fertigkeiten und Erfahrungen einbringen und im Gegenzug von den Humanopolis-Bewohnern profitieren. „Es gibt einen größeren Kreis von Interessenten, die hier einziehen möchten“, verrät Krüger. „Sie treffen sich schon seit einem Jahr einmal im Monat und besprechen, wie sie zusammenleben wollen.“

Auch Janna Wahlich, Geschäftsführerin von Humanopolis, freut sich über den Fortschritt, den die Siedlung für generationsübergreifendes Wohnen macht. „Hier entsteht eine kleine Dorfgemeinschaft“, sagt sie. Geplant sei, dass 30 ältere Menschen in die neuen Häuser einziehen und sich mit 30 Bewohnern und 30 Mitarbeitern von Humanopolis austauschen. Bei der Feier des 40-jährigen Bestehens der Siedlungs- und Arbeitsgemeinschaft am Sonnabend (siehe Infokasten) wird ausführlich über das Wohnprojekt berichtet.

Und die Pläne der Sonnenfeld eG sind noch nicht zu Ende. Im nächsten Schritt sollen vor Ort fünf weitere Doppelhäuser gebaut werden – allerdings nicht sozial gefördert, sondern frei finanziert. Entsprechend höher wird die Miete sein. „Hier sind wir aber noch im Entwurfsstadium und errechnen gerade die Grundkosten“, sagt Laber.

Großes Fest zum 40-jährigen Bestehen

Die Siedlung Humanopolis in Groß Malchau feiert am Sonnabend, 27. August, von 11 bis 18 Uhr ihr 40-jähriges Bestehen und zudem das 20-jährige Bestehen ihres Sieltec-Pferdegeschirr-Betriebes. Dazu sind alle Interessierten eingeladen. Vor Ort gibt es Kinderschminken, Mal-Aktionen, einen Menschenkicker, eine Schatzsuche im Sand, Kutschfahrten für Familien, Zirkusvorführungen, eine Hüpfburg, Hofführungen und Musik. Zur Stärkung stehen herzhafte und süße Leckereien bereit. Einer der Höhepunkte sind die „Sieltec Open“: Geboten werden verschiedene Streckenfahrten mit Kutschen, Vorführungen von 30 Pferdegespannen aus ganz Deutschland, der Einsatz von Holzrückepferden und abends eine Nachtfahrt mit Kutschengespannen über einen beleuchteten Parcours.

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