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Zehn Jahre Haft für Messerstecher von Oetzen

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Von: Bernd Schossadowski

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Der Angeklagte sitzt im Gerichtssaal und versteckt sein Gesicht hinter einem Schreibblock. Neben ihm steht ein Justizmitarbeiter.
Der Angeklagte versteckte zum Prozessauftakt am Landgericht sein Gesicht hinter einem Schreibblock. Er muss für zehn Jahre ins Gefängnis. © Bernd Schossadowski

Schneller als erwartet hat das Landgericht Lüneburg das Urteil gegen einen 32-jährigen Uelzener gesprochen. Er war angeklagt, im August 2021 den neuen Partner seiner Ex-Freundin in Oetzen mit fünf Messerstichen verletzt zu haben.

[Update vom 11. Februar] Lüneburg/Oetzen – Die Anklage lautete auf versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung. Ursprünglich waren vier Verhandlungstermine angesetzt. Doch bereits nach nur einem Prozesstag hat das Landgericht jetzt das Urteil gefällt: Der 32-Jährige muss für zehn Jahre ins Gefängnis.

Bereits zum Prozessauftakt am Dienstag dieser Woche hatte der Angeklagte vor der 4. großen Strafkammer die Tat gestanden (siehe unten). Er habe aus Eifersucht gehandelt, erklärte er. Noch während des ersten Prozesstages hatte der 32-Jährige einen Brief an das Opfer geschrieben und sich darin für seine Tat entschuldigt.

Hier lesen Sie die Erstberichterstattung vom 9. Februar:

Lüneburg/Oetzen – Er war am frühen Morgen des 26. August 2021 in die Wohnung seiner Ex-Freundin in Oetzen gelangt und hatte dort ihren neuen Freund mit fünf Messerstichen verletzt. Gegen einen 32-jährigen Uelzener hat am Dienstag vor der 4. Großen Strafkammer des Landgerichts Lüneburg der Prozess begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung vor.

Der 32-Jährige gab die Tat zum Prozessauftakt zu. Als Grund nannte er Eifersucht. Er habe vermutet, dass seine Ex-Freundin einen neuen Partner zum Übernachten bei sich zu Hause habe, erklärte der Angeklagte. Gegen 3.45 Uhr hatte er die Wohnung betreten und Drohungen ausgestoßen. Er soll „Wo ist der Hurensohn? Ich bringe ihn um!“ gerufen haben. Im Badezimmer stieß er schließlich auf den neuen Freund (33) seiner Ex, der sich dort versteckt hatte.

Mit einem mitgebrachten Küchenmesser mit elf Zentimeter langer Klinge fügte der 32-Jährige ihm fünf Stichwunden im Schulterbereich zu, die jedoch nicht lebensbedrohlich waren. Er habe sein Opfer gar nicht gekannt und einen ganz anderen Mann im Badezimmer vermutet, sagte der Angeklagte. Als er aber feststellte, dass der neue Freund fast zwei Meter groß ist, habe er es mit der Angst zu tun bekommen: „Da habe ich das Messer aus der Tasche geholt und zugestochen.“

Der Angeklagte suchte am ersten Prozesstag die Aussöhnung mit seinem Opfer. In einem handschriftlichen Brief, den er während der Gerichtsverhandlung schrieb und an den 33-Jährigen übergab, heißt es: „Ich bin mir meiner Schuld bewusst. Es tut mir aufrichtig leid. Deshalb möchte ich mich bei Dir entschuldigen.“ Für den Prozess sind drei Fortsetzungstermine am Landgericht Lüneburg angesetzt: am 14., 16. und 21. Februar jeweils ab 9.30 Uhr.

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