Schwieriges Pflaster zwischen Rätzlingen und Rosche

Motorradfahrer kritisiert Sanierung der B 493: Angst vor dem Sturz

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Wenn Jürgen Seeger mit seinem Motorrad zwischen Rätzlingen und Rosche unterwegs ist, muss er sich entscheiden, auf welcher der Spuren er fahren und bleiben möchte. Ansonsten droht Sturzgefahr.

Rosche. Autofahrer nehmen auf der Bundesstraße 493 zwischen Rosche und Rätzlingen höchstens lautere Fahrgeräusche war und die ein oder andere Unebenheit. Doch für Motorradfahrer sind die frisch aufgefüllten Spurrillen der Strecke gefährlich.

„Da sind eigentlich jetzt drei Spuren auf der Fahrbahn, zwischen denen es richtige Absätze gibt“, beklagt Jürgen Seeger aus Rosche. Die Folge: Das Hinterrad kommt gefährlich ins Schlingern, wenn ein Motorradfahrer über solche Kanten fährt.

„Ich hatte das erste Mal richtig Angst auf dem Motorrad und dachte, wir stürzen jetzt“, erzählt seine Ehefrau Marita Seeger von einem Vorfall vor wenigen Tagen, als das Motorrad ins Schlingern geriet. Dabei sind sie und ihr Mann beide erfahrene Biker. Nicht so ihre Tochter Sophie, die seit knapp einem Jahr ungedrosselte Maschinen fahren darf. „Die Strecke ist für mich Stress pur, denn ich muss ständig aufpassen, dass ich auf einer der engen Spuren bleibe“, sagt sie. Deshalb meiden jetzt alle drei die Strecke und fahren lieber über Stöcken, wenn sie nach Uelzen wollen.

Besonders in den Kurven sei die Gefahr groß, denn normalerweise fährt ein Biker diese möglichst eng an und legt sich dann in die Kurve. Doch dann müsse er auch im spitzen Winkel über die drei Spuren fahren und käme ins Schlingern, erklärt Jürgen Seeger. Die Folge: Er muss teilweise auf 60 Stundenkilometer in den Kurven abbremsen, um in einer der drei Spuren zu bleiben und nicht ins Schleudern zu geraten. „Das lädt natürlich die Autofahrer zum Überholen ein und macht es für alle noch gefährlicher“, gibt Jürgen Seeger zu bedenken.

Aber nicht nur die Strecke zwischen Rätzlingen und Rosche sei verschlimmbessert wurden, meint Sophia Seeger. Auch weiter in Richtung in Lüchow gebe es Stellen, die für Biker gefährlich werden können, wie etwa bei Polau oder Zarenthien. „Mir macht das Fahren zum Teil gar keinen Spaß mehr, weil man ständig angespannt ist“, berichtet sie. „Ich habe den Eindruck, dass bei manchen Maßnahmen eher ans Geldsparen und nicht an die Sicherheit der Motorradfahrer gedacht wird“, kritisiert Jürgen Seeger.

„Normalerweise sollten die Verfüllungen eben sein“, sagt Dirk Möller, Leiter der Landesstraßenbaubehörde Lüneburg, auf AZ-Nachfrage. Dabei gehe es um wenige Millimeter. „Wenn wir feststellen, dass es diese Schäden gibt, werden wir sie auch beheben“, verspricht er. Die Situation werde in den nächsten Tagen vor Ort angeschaut und dann entschieden, ob Handlungsbedarf besteht. Dann müsste eine Feinfräse über den betroffenen Streckenabschnitt fahren, um die Kanten zu glätten.

Von Lars Lohmann

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