Neue Fermentationsanlage beim Entsorgungszentrum / Nächster Schritt ist eine Photovoltaikanlage

Millionen Kubikmeter Gas aus Borg

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Nach der Einweihung führte Ziehmann über die Anlage, die besonders konstant Gas erzeugen soll.

Rosche/Landkreis. 3,5 Millionen Euro hat der Landkreis Uelzen in die Hand genommen, um eine neue Trockenfermentationsanlage aufzubauen. Sie steht nun im Entsorgungszentrum Borg.

Am Donnerstag wurde die Anlage eingeweiht und an den Abfallwirtschaftsbetrieb AWB des Landkreises übergeben.

Zwei Jahre ist es her, dass der Entschluss feststand, die Anlage zu bauen. Zunächst sollte der Bau noch im Jahr 2010 beginnen, los ging es nach einem langen Winter aber erst 2011, dann aber umso schneller. Die Anlage steht und hat nun auch einen sechs Wochen langen Leistungstest hinter sich. „Der Gebührenzahler“, sagte Landrat Dr. Heiko Blume bei der Eröffnung, „kann zufrieden sein. Es ist uns gelungen, hier eine Anlage zu bauen, die sich rechnet.“

Einer der nächsten Schritte sei nun der Bau einer Photovoltaikanlage. Damit machte der Landrat einen taufrischen Beschluss aus dem Betriebsausschusses des Kreises bekannt. Auf vier Gebäuden der Deponie solle Solarstrom erzeugt werden. 175 000 Euro sollen laut Beschluss dafür investiert werden, man erwartet eine Leistung von 87 000 Kilowattstunden pro Jahr.

Die neue Trockenfermentationsanlage in Borg ist dagegen in Leistung – und Preis – ein Gigant: Eine Million Kubikmeter Biogas im Jahr werde die Anlage produzieren, damit entstehen je zwei Millionen Kilowattstunden Strom und Wärme – genug, um 750 bis 1000 Haushalte mit elektrischer Energie und 10 000 Quadratmeter Wohnfläche mit Wärme zu versorgen. Das erklärt Dr. Gunnar Ziehmann vom Generalunternehmer „Helector“, die den Bau komplett übernommen hatte. Dabei habe das Unternehmen besonders darauf geachtet, lokale Firmen mit Aufträgen zu versorgen. 7000 Tonnen organische Abfälle könne die Anlage verarbeiten, zusätzlich zu der bisherigen Kapazität des Werkes in Borg.

Mit einer technischen Finesse soll das Werk konstant für Energie sorgen – das gilt für Qualität und Quantität. Die Anlage fährt mehrgleisig, lässt organischen Abfall trocken und nass gären. Grob zusammengefasst: Sie erhält Gas aus der Fermentation des trockenen Mülls, spült diesen aber konstant durch, und aus dem Spülwasser wird ebenfalls Gas gewonnen. Gas, das wegen zu geringer Methankonzentration sonst abgeleitet werden würde, wird außerdem zusätzlich angereichert zu nutzbarem Biogas. So entsteht eine von Schwankungen in der Qualität des Rohmaterials unabhängige Produktion.

Von Kai Hasse

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