„Bigaro“ nimmt am Freitag in Rosche Wärmenetz und neues Blockheizkraftwerk in Betrieb

Millionen-Investition in die Zukunft

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1,5 Millionen Euro hat der Roscher Biogasanlagenbetreiber Bigaro in ein Wärmenetz sowie eine neues Blockheizkraft investiert. Wie die Technik funktioniert können Besucher bei einem Tag der offenen Tür erfahren.

Rosche. 1,5 Millionen Euro hat der Roscher Biogasanlagenbetreiber Bigaro GmbH & Co. KG, eine Gesellschaft, die von 45 Landwirten und der Saatbau Stoetze 2010 aus der Taufe gehoben wurde, jetzt in den Ausbau seines Wärmenetzes und ein neues Blockheizkraft investiert.

„Wir wollen die Biogasanlage nicht nur 20 Jahre betreiben, sondern sie auch zukunftsfähig machen“, sagt Thorsten Kruse. Denn der Bigaro-Geschäftsführer ist überzeugt: „Biogas ergänzt die anderen alternativen Energieträger Wind und Sonne ideal.“

Mit den Investitionen ins Netz werden jetzt auch zwölf Haushalte in Katzien sowie die Firmen Bauck und Tasc mit Wärme versorgt. Das ist laut Kruse ein weiterer Schritt auf dem Weg zur dezentralen Versorgung. Doch nicht nur Unternehmen und Haushalte werden über die Biogasanlage mit Wärme versorgt, sondern auch über die Roscher Energieversorgung (Renve) das Schwimmbad, ein Altenheim sowie die Schulen. Theoretisch könnten 3300 Haushalte mit Strom und 2600 Haushalte mit Gas versorgt werden.

Die Wärme selbst entsteht beim Verbrennen des Biogases. „Wenn man so will, nutzen wir die Wärme, die beim Auto als Abgas hinten rauskommt“, erklärt Kruse. Betrieben wird die Anlage mit Mais, Gülle, Zuckerrübenschnitzeln und anderen Feldfrüchten. Da die 45 Landwirte insgesamt über eine Anbaufläche von rund 7500 Hektar verfügen, werde auch die Vermaisung der Landschaft vermieden – momentan wird auf rund 800 Hektarn Mais angebaut.

„Unser Ziel und Anspruch ist es, einen Wirtschaftskreislauf zu haben, den wir zu 100 Prozent nutzen“, informiert Kruse. So wird das Gärsubstrat, das am Ende des Verarbeitungsprozesses steht, als organischer Dünger auf den Feldern genutzt. Das dürfe auf keinen Fall stinken, denn dann sei bei der Energiegewinnung ein Fehler gemacht worden. Um das Ziel von 100 Prozent zu erreichen, sind noch weitere Investitionen geplant. So werden in diesem Jahr für rund eine Million Euro eine Trocknungshalle für Getreide und ein Düngelager gebaut.

Wer sich über die Biogasanlage informieren will, bekommt dazu am Tag der offenen Tür am Freitag, 18. August, Gelegenheit. Ab 13 Uhr sind die Tore geöffnet und an Ständen wird die Technik erklärt. Es gibt Führungen und Attraktionen für Familien. Das Wärmenetz wird um 14 Uhr eingeweiht. Um 15 Uhr startet eine Diskussionsrunde zur regionalen Wertschöpfung durch erneuerbare Energien im ländlichen Raum, an der die drei Bundestagsabgeordneten Henning Otte (CDU), Kirsten Lühmann (SPD), Julia Verlinden (Grüne) sowie Rainer Fabel (FDP) und Samtgemeindebürgemeister Harald Rätzmann teilnehmen.

Von Lars Lohmann

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