Handwerksmuseum Suhlendorf bekommt zusätzliche Räume / Druckerei zieht um / Spinnstube geplant

Mehr Platz für Ausstellungen

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Christian Niemann, Vorsitzender des Suhlendorfer Museumsvereins, zeigt die alten Maschinen in der Druckerwerkstatt des Handwerks-museums. Diese wandert demnächst in einen anderen Raum, an ihre Stelle zieht dort die Spinnstube ein. 

Suhlendorf. Der barrierefreie Umbau des Außengeländes ist seit einem halben Jahr abgeschlossen.

Nun plant das Handwerksmuseum Suhlendorf bereits ein weiteres Projekt: In mehreren Gebäuden des Museums sind in den nächsten Wochen Neuerungen vorgesehen, mit denen die Exponate attraktiver in Szene gesetzt werden sollen.

„Wir wollen den Eingangsbereich unseres Hauptgebäudes umgestalten“, erklärt Christian Niemann, Vorsitzender des Museumsvereins. Bislang waren dort alte Meisterbriefe und Innungsladen ausgestellt. Um für die Besucher einen neuen Blickfang zu schaffen, sollen an dieser Stelle nun einige alte Mokkatassen präsentiert werden. Insgesamt rund 600 Tassen hat das Museum aus dem Privatbesitz der Wolfenbüttelerin Viola Bischoff als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt bekommen. Darunter sind einige wertvolle Unikate aus namhaften Manufakturen.

Die Exponate werden in der Sonderausstellung „Weißes Gold – Mokkatassen“ zu sehen sein, die am 29. März im Handwerksmuseum eröffnet wird. „Familie Bischoff war mal bei uns zu Besuch und zeigte sich sehr angetan von unserem Museum“, erzählt Niemann. Der größte Teil der Tassen soll in bislang nicht genutzten Nebenräumen ausgestellt werden. Diese sind etwa 90 Quadratmeter groß und grenzen an den Eingangsbereich an. „Die Räume bieten sich für Ausstellungen förmlich an“, meint der Vorsitzende.

In den Handwerkergebäuden auf dem Freigelände stehen ebenfalls Veränderungen an. Auf Wunsch vieler Besucher wird die im „Bakstaven“ untergebrachte Webstube um eine Ausstellung über das Spinnen erweitert. Dazu wird im Raum, in dem sich bisher die Druckerwerkstatt befindet, eine Spinnstube eingerichtet. Diese soll von der Lüneburger Familie Bachmann betrieben werden, die bereits sehr erfolgreich die Webstube des Museums betreibt. Im Gegenzug zieht die Druckerei in einen freien Raum neben dem Frisörgebäude um. „Wir bekommen auch noch eine alte Druckmaschine aus Privatbesitz dazu“, berichtet Niemann.

Außerdem wird die Töpferei den Nestauer Speicher verlassen. Dort soll der Imker einziehen, der seine Arbeit bislang auf recht beengtem Raum präsentiert. Bei einem Aktionstag am 8. April sollen die umgestalteten Werkstätten neu eröffnet werden.

Im vergangenen Jahr wurden im Museum rund 9500 Besucher gezählt – ein Zuwachs um sieben Prozent gegenüber 2016. Das habe man wohl der Ausstellung im Foyer der Bad Bevenser Therme zu verdanken, glaubt Niemann. Im Jahr 2017 hatte sich das Museum dort drei Monate lang mit handwerklichen Exponaten und Infoflyern präsentiert. „Diese Ausstellung hat uns zusätzliche Besucher gebracht, das war Werbung für uns“, freut sich der Vorsitzende.

Von Bernd Schossadowski

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