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Maxi und Stephen Warneyer zog es von Hamburg nach Hof Rohrstorf aufs flache Land

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Von: Lars Lohmann

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Maxi und Stephen Warneyer leben mit Sohn und Hund in Hof Rohrstorf.
Maxi und Stephen Warneyer leben mit Sohn und Hund in Hof Rohrstorf. © Privat

Von der Stadt aufs Land. Für Stephen und Maxi Warneyer fiel dieser Entschluss mitten in der Corona-Pandemie.

Hof Rohrstorf – „Hamburg wurde uns zu eng“, sagt Stephen Warneyer. Sie machten sich auf die Suche nach einer alten Hofstelle und fanden sie in Hof Rohrstorf zwischen Bankewitz und Schmölau. Der 1868 gebaute Vierkanthof samt Ställen und Scheune aus den 1930er-Jahren soll nach und nach renoviert werden und gleichzeitig als Veranstaltungsort dienen.

In der Scheune ist eine kleine Bühne für Konzerte und andere Veranstaltungen geplant. Außerdem sollen dort Übernachtungsmöglichkeiten für Radfahrer und Wanderer im Stroh geschaffen werden. Doch das ist erst mal noch Zukunftsmusik. Zunächst muss dringend das Scheunendach saniert werden. „Eigentlich wollten wir die Scheune erst noch in Ruhe lassen und im Wohnhaus weitermachen. Aber die Februarstürme haben die Dachkonstruktion sehr mitgenommen“, sagt Stephen Warneyer. Daher planen er und seine Frau ein erstes Konzert in der Diele des Wohnhauses mit der Band Janiphil. Der Erlös des kostenlosen Konzerts, bei dem der Hut rumgeht, soll der Reparatur des Daches zu Gute kommen.

Dass sie ausgerechnet in Hof Rohrstorf zwischen Bankewitz und Schmölau gelandet sind, war aber Zufall. „Ich habe im Internet gesurft und da ploppte die Werbung damit auf, dass der Hof zum Verkauf steht“, erinnert sich Stephen Warneyer. Zunächst musste herausgefunden werden, wo überhaupt Hof Rohrstorf liegt. „Dann war es Liebe auf den ersten Blick“, sagt Maxi Warneyer.

Sie spricht im Angesicht der immensen Aufgabe, den Hof wieder instand zu setzen, von einer Lebensaufgabe. „So eine Entscheidung trifft man nur einmal“, meint sie. Inzwischen wohnen sie seit Oktober 2021 auf dem Hof. Ein Sohn wurde vor einem halben Jahr geboren und die Eltern von Stephen Warneyer sind auf den Hof gezogen.

Und auch bei den den anderen Menschen in den umliegenden Orten und den weiteren sieben Bewohnern Hof Rohrstorfs hat sich schnell rumgesprochen, dass der zuvor sechs Jahre leer stehende Hof neue Besitzer gefunden hat. „Das Interesse hier und auch in den Nachbarorten ist groß“, sagt Stephen Warneyer. Seine Frau und er würden regelmäßig bei Veranstaltungen und Dorffesten gefragt, was der Hof mache. „Viele verbinden mit dem Hof Kindheitserinnerungen, weil sie dort gespielt haben“, berichtet Maxi Warneyer, die in einem kleinen Ort bei Gera aufgewachsen ist.

Kennengelernt hat sich das Ehepaar an der Schauspielschule in Hamburg. Wobei sie sich beide später entschieden, nicht als Schauspieler zu arbeiten. „Man ist immer wieder arbeitslos, außer man hat ein festes Engagement. Ich wollte nicht noch mit 40 in einer WG wohnen. Wir wollten ein geregeltes Einkommen“, sagt der 34-jährige Stephen Warneyer, der zunächst in der Pflege gearbeitet hat und inzwischen bei der Roscher Zimmerei, die auch die Reparaturen der Hofgebäude übernimmt.

Neben den geplanten Veranstaltungen in der Kulturscheune sollen später auch Hochzeiten oder Weihnachtsmärkte möglich sein. In den Ställen, so schwebt es dem bei Braunschweig aufgewachsenen Stephen Warneyer vor, sollen zwei Wohnungen für Familien eingerichtet werden. „Der Hof ist für uns alleine zu groß und für Familien mit Kindern wird es auf dem Land immer schwieriger, Wohnraum zu finden“, sagt er.

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