Samtgemeindeausschuss empfiehlt bei einer Gegenstimme die Schließung / Eltern wollen nicht aufgeben

Langer Abschied von der Stöckener Schule

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Ist dieses Bild bald Vergangenheit? Schüler auf dem Weg zur Stöckener Grundschule. Die Fenster der Klassenzimmer sind hell erleuchtet. Im Sommer soll die Außenstelle geschlossen werden.

stk Stöcken. Es ist dunkel in Stöcken. Vier Kinder sind auf dem Weg zur Schule. Eines von ihnen springt von einem Balken des Zebrastreifens zum nächsten. Die hell erleuchteten Fenster der kleinen Dorfschule weisen den Knirpsen den Weg.

Ein Bild wie früher, und es könnte bald Vergangenheit sein. Zum Schuljahrswechsel soll die Außenstelle der Grundschule Rosche geschlossen werden. Nach dem Schulausschuss hat jetzt auch der Samtgemeindeausschuss bei einer Gegenstimme für die Schließung gestimmt. Das teilt Samtgemeindebürgermeister Herbert Rätzmann auf AZ-Nachfrage mit. Die Stöckener Eltern-Initiative kämpft dagegen für ihre Dorfschule. Sie traf sich jetzt zu einer Info-Veranstaltung in Stöcken.

„Noch ist nicht aller Tage Abend“, sagt Uta Rosenfeld. „Warum einen wichtigen Anreiz für Familien mit Kindern aufgeben? Warum ein sehr harmonisches Schulleben mit sehr guten Ergebnissen?“, fragt die Schulelternratsvorsitzende für den Standort Stöcken. „Der Verwaltungsaufwand, der sich durch eine solche Außenstelle ergibt, mag zwar etwas höher sein als bei einem einzelnen Standort, wird aber durch ein Plus für das Kindswohl ausgeglichen.“

Sie stellt auch die im Schulausschuss genannten Zahlen in Frage. Weder rechtlich noch nach den Zahlen sei eine Kombiklasse aus erster und dritter Klasse zwangsläufig. „Weil die Schuluntersuchungen ja erst in den nächsten zwei Wochen stattfinden und die kommenden Jahrgänge wieder deutlich anziehen“, wie Uta Rosenfeld überzeugt ist.

Sie beklagt, dass die Eltern über die geplante Schließung nicht im Vorfeld informiert wurden. „Über die Köpfe der Kinder und Eltern hinweg“ solle die Schließung durchgesetzt werden, obwohl es in der Roscher Schule unverändert eng sei.

Bereits 2013 wurde über eine Schließung der Außenstelle diskutiert. „Es ist kein Zustand. Die Kinder werden jetzt schon mehrmals nach Rosche gefahren“, sagt Rätzmann. Zum neuen Schuljahr, wenn die jetzige vierte Klasse geht, wird mit nur noch 22 Schülern gerechnet.

Auch eine Kombiklasse aus erster und dritter Klasse kommt für den Samtgemeindebürgermeister nicht in Frage, schon aus Gründen der Aufsicht: „Ich kann gar nicht zulassen, dass nur eine Lehrerin in Stöcken ist.“ Nach Rätzmanns Angaben wurden im Durchschnitt der vergangenen sieben Jahre neun Kinder aus Stöcken pro Jahrgang eingeschult.

Der Roscher Samtgemeinderat, der die endgültige Entscheidung über die Außenstelle Stöcken trifft, tagt voraussichtlich Anfang März, informiert Rätzmann.

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