Gemeinde Suhlendorf verkauft Wellendorfer Gemeinschaftshaus für 30 000 Euro an Investor

Landhaus kommt in neue Hände

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Das Wellendorfer Landhaus muss dringend saniert werden. Der Gemeinde Suhlendorf fehlt dazu das Geld.

Suhlendorf/Wellendorf. Wenn Autofahrer durch Wellendorf fahren, erblicken sie einen imposanten Backsteinbau – das Landhaus von 1901. Wo früher eine Poststation war und Pferde gewechselt wurden, ist heute das Dorfgemeinschaftshaus.

Doch das Gebäude muss dringend saniert werden. Eine Aufgabe, welche die von der Gemeinde Suhlendorf nicht zu stemmen ist, erklärt Bürgemeister Hans-Heinrich Weichsel (CDU). Deshalb hat der Rat am Donnerstag in Suhlendorf bei einer Gegenstimme beschlossen, das Gebäude für 30 000 Euro an einen Investor zu verkaufen. Dieser plant, eine Gaststätte zu eröffnen.

„Ich bin enttäuscht, dass das Landhaus verkauft wird. Die Gemeinde ist ihren Pflichten nicht nachgekommen“, kritisiert Wellendorfs Ortsvertrauensmann Udo Paulmann den Ratsbeschluss. Die Dorfgemeinschaft habe ihren Beitrag geleistet und etwa den Saal unterhalten. „Ich befürchte, dass wir nachher ohne Treffpunkt für die Vereine dastehen, wenn es Probleme geben sollte“, sagt Paulmann.

Die Gemeinde habe keine andere Wahl gehabt, stellt dagegen Weichsel klar: „Der Renovierungsbedarf ist zu groß. Fenster, Wärmedämmung und Heizung müssten erneuert werden.“ Angebote an die Wellendorfer, Eigenleistungen mit einem Zuschuss zu unterstützen, seien immer wieder abgelehnt wurden. Seit 2008 habe der Rat an Lösungen gearbeitet, sagt Ratsmitglied Eckhard Meyer (SPD). „Aber ohne Eigenleistung geht es nicht mehr auf den Dörfern“, stellt er fest. Dem widerspricht Paulmann vehement: „Eigenleistung kann nicht immer die Lösung sein.“ Manchmal grenze diese schon an Ausbeutung. Außerdem gebe es in Wellendorf nicht genug Leute, um so etwas leisten zu können.

„Für die Vereine in Wellendorf ist es ein zu großer Verlust“, kritisiert Ratsmitglied Erich Meyer (CDU). Außerdem habe man bei nur einem Angebot keine große Wahl, deshalb könne er dem so nicht zustimmen. Christoph Kruppke (CDU) begrüßt hingegen den Verkauf: „Zum Bestand des Hauses gibt es keine Alternative zum Verkauf. So werden wir eine Kostenstelle los.“ Gleichzeitig mahnt er aber auch an, dass Gemeinde und Rat sich Gedanken machen müssen, wie der Dorfgemeinschaft geholfen werden könne. Bürgermeister Weichsel stellt dazu klar: „Der Käufer hat sich bereit erklärt, die Vereine weiter die Räumlichkeiten nutzen zu lassen.“ Über die Konditionen müssten die Vereine selbst verhandeln.

Von Lars Lohmann

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