Samtgemeinderat hält Lüften für die bessere Lösung

Keine Luftfilter für Grundschulen Rosche und Suhlendorf

Das Bild zeigt das Gebäude der Grundschule Rosche.
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In der Grundschule Rosche sollen keine mobilen oder fest installierten Lüftungsanlagen installiert werden. Gleiches gilt für die Grundschule Suhlendorf. Das hat jetzt der Samtgemeinderat einstimmig beschlossen.
  • Bernd Schossadowski
    VonBernd Schossadowski
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Nach dem Landkreis Uelzen hat sich jetzt auch der Samtgemeinderat Rosche dagegen ausgesprochen, Luftfilteranlagen für die Schulen in seiner Trägerschaft anzuschaffen. Stattdessen soll in den Grundschulen Rosche und Suhlendorf konsequent gelüftet werden. Letztere Schule erhält dazu einige neue Fenster.

Rosche/Suhlendorf – Stoßlüften statt Luftfilteranlagen: Auf diesen Nenner lässt sich die Entscheidung bringen, die der Samtgemeinderat Rosche jetzt zur geplanten Ausstattung der Grundschulen Rosche und Suhlendorf getroffen hat. Einstimmig sprach sich der Rat dafür aus, keine mobilen Luftfilter oder fest installierten Lüftungsanlagen zum Schutz vor dem Coronavirus anzuschaffen. Stattdessen sollen in der Schule in Suhlendorf mehrere Fenster, die sich derzeit nicht öffnen lassen, erneuert werden. Dadurch soll das Lüften in den Klassenräumen künftig möglich sein.

Zuvor hatte bereits der Landkreis Uelzen entschieden, für die acht weiterführenden Schulen in seiner Trägerschaft vorerst keine mobilen Luftfiltergeräte anzuschaffen (AZ berichtete). Nach Ansicht von Rosches Verwaltungschef Michael Widdecke reicht Lüften in den beiden Grundschulen der Samtgemeinde völlig aus, um das Infektionsrisiko zu minimieren. „Wenn wir die Fenster umrüsten und danach alle zu öffnen sind, müssen wir keine weiteren Maßnahmen vornehmen“, meinte Widdecke. „Wir sind damit auf dem richtigen Weg.“

Das sah der Samtgemeinderat genauso und beschloss, den Auftrag für Demontage und Entsorgung der vorhandenen Fenster sowie den Einbau der neuen Verglasung in der Suhlendorfer Schule zum Angebotspreis von rund 13 000 Euro an eine Uelzener Fachfirma zu vergeben. Die Montage soll außerhalb der Unterrichtszeiten erfolgen.

Auch Ratsherr Hans-Heinrich Weichsel (CDU) hält Stoßlüften durch geöffnete Fenster für das beste Mittel. „Lüftungsanlagen halten nicht das, was sie versprechen“, erklärte er. Zwar seien die Angaben der Hersteller vollmundig, doch die erforderlichen Luftreinigungswerte würden nicht erreicht, kritisierte Weichsel und bezog sich dabei auf Aussagen des Gebäudemanagements Uelzen/Lüchow-Dannenberg.

Im Vorfeld hatte die Samtgemeinde ein Ingenieurbüro mit der Untersuchung der Lüftungssituation in beiden Grundschulen beauftragt. Im Gebäude in Rosche wurden neun Unterrichts- und Aufenthaltsräume überprüft. Das Ergebnis: In acht von ihnen ist die natürliche Lüftung prinzipiell möglich.

In Suhlendorf wurden sieben Räume untersucht. In sechs von ihnen ist eine natürliche Lüftung nicht möglich, weil sich jeweils drei der fünf vorhandenen Fenster derzeit nicht öffnen lassen. Doch nach dem jetzt beschlossenen Austausch dieser Fenster könne in allen sechs Räumen wieder eine natürliche Belüftung erreicht werden, erklärte das Büro.

Aus dessen Sicht sind CO2-Ampeln zur Überwachung der Luftqualität ein weiteres Hilfsmittel. Davon hat die Samtgemeinde vor den Herbstferien mehrere in beiden Grundschulen angeschafft, wie Widdecke dem Rat berichtete. Sein Fazit: „Ich bin froh, dass wir mit der Erneuerung der Fenster eine einfache Lösung gefunden haben.“ Das sei auch deutlich preisgünstiger als der Kauf von mobilen oder stationären Lüftungsanlagen. Zudem seien diese viel zu laut.

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