Ersatzpflanzungen in Hohenzethen

Kahlschlag am Königsweg sorgt für Ärger

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Fassungslos besichtigen einige Hohenzethener im Februar den Königsweg: Rund 220 Bäume am Wegesrand sind der Säge zum Opfer gefallen. Seit Montagabend steht der Beschluss der Gemeinde Stoetze, neue Bäume zu pflanzen. Archivfoto: Hasse

HOHENZETHEN -  „Es ist in Hohenzethen etwas schiefgelaufen“, wollte Stoetzes Bürgermeister Heinz Schulze (CDU) gerade ausholen, bis er merkte, dass der passende Tagesordnungspunkt bei der Sitzung des Gemeinderates noch gar nicht dran war.

Gern wollte er dieses Thema schnell vom Tisch haben. Zahlreiche Besucher waren schließlich am Montagabend in das Gasthaus Brammer in Boecke geströmt – ungewöhnlich viele, wie der Bürgermeister gleich zu Beginn feststellte.

Als das Thema des Abends kristallisiert sich schnell der Kahlschlag am Königsweg in Hohenzethen im Februar heraus. „Wir haben Bäume absägen lassen“, fasst Schulze das Geschehen kurz und knapp zusammen. Etwa 220 seien es gewesen. „Es tut mir leid, aber entschuldigen will ich mich nicht“, so der Kommentar des Bürgermeisters. Schließlich sei der Entschluss gemeinsam gefallen. Bereits vor rund zwei Jahren haben Vertreter des Rates den Königsweg begutachtet. „Bei einer solchen Begehung ist es üblich, dass sich der Gemeindedirektor Notizen macht und es dann umsetzt“, schildert Heinz Schulze das übliche Prozedere. Doch er schränkt ein, dass bei der Baumfällaktion am Königsweg einiges schiefgelaufen sei. „Sonst ist so ein Radikalschlag nicht üblich“, bedauert der Bürgermeister. Jetzt wollen er und der Rat „die Kuh vom Eis kriegen“.

Der Kahlschlag am Hohenzethener Königsweg hatte dann am Montag gleich drei Anträge der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zur Folge. „Durch die Baumfällarbeiten ist der Weg in Mitleidenschaft gezogen worden und nicht mehr sicher“, beklagt sich Ekkehard Jost (Grüne). Sein erster Antrag lautet, den Weg ab der Bahnlinie Richtung Göhrde durch eine Fachfirma instand setzen zu lassen. Einstimmig plädierte der Rat dafür, das Angebot abzuwarten und sich dann zu entscheiden.

Der zweite Antrag der Grünen bezieht sich auf die Neuanpflanzung von Bäumen. Sie solle nach den Plänen eines Landschaftsplanungsbüros erfolgen. Einstimmig beschließt der Rat, dass die Nachpflanzung im Herbst in Zusammenarbeit mit dem Landschaftsplanungsbüro stattfinden soll. „Der Ärger durch die Baumfällung ist dann durch die Pflanzaktion hoffentlich reduziert“, wünscht sich Stoetzes Gemeindedirektor Rolf Musik. Keine Mehrheit findet der dritte Antrag von Ekkehard und Ramona Jost. Darin fordern sie eine grundsätzliche Ratszuständigkeit bei der Fällung von Bäumen auf Gemeindegrundstücken. „Eigentlich ist die gesetzliche Regelung ausreichend“, begründet Jürgen Klinge (CDU) seine Ablehnung.

So ganz zufrieden sind die Hohenzethener am Ende der Sitzung nicht gerade. „Uns tut es leid, dass es nicht mehr so wird, wie es mal war“, bedauert Michael Borgard und sichert seine Mithilfe an der Nachpflanzung nur zu, wenn sie nach den Plänen des Landschaftsplanungsbüros umgesetzt wird. Grundsätzlich wünsche man sich mehr Diskussion in der Öffentlichkeit, so eine Einwohnerin. „Die Bürger wollen beobachten können, wie die Entschlüsse fallen“, ergänzt sie und erntet viel Zustimmung.

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